Sevachim — Blatt 66b
1GEMARA. Wobei soll man unrichtig verfahren sein, wollte man sagen, beim Abkneifen, so schließt dies ja die Ansicht des R. Elea͑zar h. R. Šimo͑n aus, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte, er habe gehört, daß man beim Geflügel-Sündopfer abtrennen dürfe. –
2Wir haben ja bereits gesagt, daß sie nicht die Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n vertrete. –
3Nein, wenn er beim Sprengen unrichtig verfahren ist.
4Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatz lehrt er: hat man es oberhalb nach der Art eines von jenen hergerichtet, so ist es untauglich; also selbst, wenn nach der Art eines Sündopfers auf den Namen eines Sündopfers. Wobei soll man nun unrichtig verfahren sein, wollte man sagen, wenn man beim Abkneifen unrichtig verfahren ist, so sagte ja der Meister, das Abkneifen sei an jeder Stelle des Altars tauglich; doch wohl, wenn man beim Sprengen unrichtig verfahren ist, und wenn der Schlußsatz von dem Falle spricht, wenn man beim Sprengen unrichtig verfahren ist, so spricht auch der Anfangsatz von dem Falle, wenn man beim Sprengen unrichtig verfahren ist. –
5Wieso denn, einer spricht von diesem Falle und einer von jenem Falle.
6HAT MAN DAS GEFLÜGEL-BRANDOPFER &C.
7Wobei soll man unrichtig verfahrensein, wollte man sagen, beim Abkneifen, so schließt dies ja, da im Schlußsatz gelehrt wird, daß diese alleim Schlunde nicht verunreinigendsind und man an ihnen eine Veruntreuungbegehe, die Ansicht R. Jehošua͑s aus, denn R. Jehošua͑ sagt ja, man begehe daran keine Veruntreuung.
8Wollte man sagen, beim Auspressen
9[des Blutes], wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: hat man das Geflügel-Brandopfer nach der Art eines Sündopfers auf den Namen eines Sündopfers unterhalb hergerichtet, so gibt es dabei, wie R. Elie͑zer sagt, eine Veruntreuung, und wie R. Jehošua͑ sagt, keine Veruntreuung. Wobei soll man nun hierbei unrichtig verfahren sein,
10wollte man sagen, beim Auspressen, so ist ja R. Jehošua͑ dieser Ansicht nur hinsichtlich des Abkneifens, nicht aber hinsichtlich des Auspressens,
11und wollte man sagen, beim Abkneifen, so sprechen die erste Lehreund die letzte Lehre vom Abkneifen und die mittlere vom Auspressen!? –
12Allerdings, die erste und die letzte vom Abkneifen und die mittlere vom Auspressen.
13DIESE ALLE SIND IM SCHLUNDE NICHT VERUNREINIGENDUND MAN BEGEHT AN IHNEN EINE VERUNTREUUNG, AUSGENOMMEN DEN FALL, WENN MAN EIN GEFLÜGEL-SÜNDOPFER NACH DER ART EINES SÜNDOPFERS AUF DEN NAMEN EINES SÜNDOPFERS UNTERHALB HERGERICHTETHAT.
14HAT MAN EIN GEFLÜGELBRANDOPFER NACH DER ART EINES SÜNDOPFERS AUF DEN NAMEN EINES SÜNDOPFERS UNTERHALB HERGERICHTET, SO GIBT ES DABEI, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, EINE VERUNTREUUNG, UND WIE R. JEHOŠUA͑ SAGT, KEINE VERUNTREUUNG.
15R. ELIE͑ZER SPRACH: WENN ES BEI EINEM SÜNDOPFER, WORAN ES AUF DEN RICHTIGEN NAMENKEINE VERUNTREUUNG GIBT, AUF EINEN ANDEREN NAMEN EINE VERUNTREUUNGGIBT, UM WIEVIEL MEHR GIBT ES BEI EINEM BRANDOPFER, WOBEI ES AUF DEN RICHTIGEN NAMEN EINE VERUNTREUUNG GIBT, EINE VERUNTREUUNG AUF EINEN ANDEREN NAMEN.
16R. JEHOŠUA͑. ERWIDERTE: NEIN, WENN DIES VON DEM FALLE GILT, WENN MAN EIN SÜNDOPFER AUF DEN N AMEN EINES BRANDOPFERS HERGERICHTET HAT, WO DIE ÄNDERUNG AUF EINE SACHE ERFOLGT IST, BEI DER ES EINE VERUNTREUUNG GIBT, SOLLTE ES AUCH VON DEM FALLE GELTEN, WENN MAN EIN BRANDOPFER AUF DEN NAMEN EINES SÜNDOPFERS HERGERICHTET HAT, WO ES AUF DEN NAMEN EINER SACHE ERFOLGT IST, BEI DER ES KEINE VERUNTREUUNG GIBT!?
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.