Sevachim — Blatt 6b

1keine Sühne erlangt, dem Himmelgegenüber?

2Es wird nämlich gelehrt:Was zurückbleibt vom Öl auf der Hand &c. Sühne zu schaffen; hat er eshinaufgetan, so erlangt [der Aussätzige] Sühne, hat er es nicht hinauf getan, so erlangt er keine Sühne – Worte R. A͑qibas ; R. Joḥanan sagt, dies sei nur ein Bleibsel des Gebotes, und er erlange Sühne, einerlei ob jener es aufgetragen hat oder nicht, nur werde es ihm angerechnet, als hätte er keine Sühne erlangt.

3Was heißt: als hätte er keine Sühne erlangt; wollte man sagen, er müsse ein anderes Opfer darbringen, so sagst du ja, er habe Sühne erlangt, einerlei ob er es aufgetragen hat oder nicht. Vielmehr hat er Sühne erlangt der Person gegenüber und keine Sühne erlangt dem Himmel gegenüber; ebenso ist auch hierbei zu erklären: Sühne erlangt &c. –

4Da ist ebenfalls zu erklären: Sühne erlangt, hinsichtlich des Auftragens auf die Daumen, keine Sühne erlangt, hinsichtlich des Auftragens auf das Haupt. –

5Komm und höre: R. Šimo͑n sagte: Wozu werden die Lämmer des Wochenfestesdargebracht? –

6Die Lämmer des Wochenfestes sind ja Heilsopfer!? – Vielmehr, wozu werden die Böcke des Wochenfestesdargebracht?

7Wegen Verunreinigung des Heiligtumsund seiner heiligen Opfer.

8Wozu wird, wenn das Blut des ersten gesprengt wordenist, der zweite dargebracht? Wegen der zwischen dem einen und dem andereneintretenden Unreinheit. Demnach sollten die Jisraéliten eigentlich Opfer zu jeder Zeit und jeder Stundedarbringen, nur hat die Schrift sie geschont.

9Hierbei handelt es sich ja um ein Gebotnach der Absonderung, und dennoch schafft es Sühne. –

10Wenn beide gleichzeitig abgesondert werden, ist dem auch so, hier aber wird von dem Fall gesprochen, wenn man sie nacheinander abgesonderthat. –

11Sollte denn die Schrift durchaus von dem Fall sprechen, wenn sie nacheinander abgesondert wordensind!?

12R. Papa erwiderte: Von Gemeindeopfern ist nichts zu beweisen; anders verhält es sich bei Gemeindeopfern, da das Gericht diesbestimmt hat. Dies nach R. Jehuda im Namen Šemuéls, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls : Gemeindeopfer werden durch das Messerdas, was sie sein sollen.

13R. Joseph, Sohn des R. Šemuél, sprach zu R. Papa: Ist R. Šimo͑n denn der Ansicht, das Gericht habe dies bestimmt, R. Idi b. Abin sagte ja im Namen R. A͑mrams im Namen R. Jiçḥaqs im Namen R. Joḥanans, daß [Tiere, die für] das beständige Opferbestimmt waren und nicht verwandt wordensind,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.