Sevachim — Blatt 70a
1– Auch hinsichtlich des anderengeht esja hervor aus [den Worten]: und das Fett eines Aases,
2nur das, dessen Genuß als Fett und Aasverbotenist, ausgenommen das, dessen Genuß nicht als Fett und Aas, sondern als Unreines verbotenist!? -
3Vielmehr, [das Wort] Totverletztes schließt das Wildein. Man könnte glauben, nurwenn das Fett verboten und das Fleisch erlaubt ist, ausgenommen aber ist dieses, von dem das Fett und das Fleisch erlaubt ist, so lehrt er uns. –
4Das Unreine wohl deshalb, weil bei diesem das Fett sich vom Fleische nicht unterscheidet, und auch beim Wilde unterscheidet sich ja das Fett nicht vom Fleische!? Und ferner heißt es ja:aber essen dürft ihr es nicht!?
5Vielmehr, erklärte Abajje, [das Wort] Totverletztes ist an sich nötig, damit man nicht folgere: das Unreine ist lebend verboten und das Totverletzte ist lebend verboten, wie nun das Fett des Unreinen unrein ist, ebenso ist auch das Fett des Totverletzten unrein. –
6Demnach ist es ja auch dortan sich nötig, damit man nicht folgere: das unreine Geflügel ist zum Essen verboten und das totverletzte ist zum Essen verboten, wie nun das unreine Geflügel nicht verunreinigend ist, ebenso ist auch das totverletzte nicht verunreinigend!?
7Und wieso ist ferner hinsichtlich des Totverletzten vom Unreinenzu folgern, das Unreine war niemals erlaubt, während das Totverletzte [vorher] erlaubt war!? Wolltest du erwidern, bei einem Totverletzten von der Geburt aussei nichts einzuwenden, so gilt dies ja immerhin von der Art desselben.
8Vielmehr, erklärte Raba, die Tora bestimmt damit: es komme das Verbot des Aases und erstrecke sich auf das Verbotdes Fettes, es komme das Verbot des Totverletzten und erstrecke sich auf das Verbot des Fettes.
9Und beides ist nötig. Würde er es nur vom Aase gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es verunreinigend ist, nicht aber gilt dies vom Tot verletzten. Und würde er es nur vom Totverletzten gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es bereits lebend verboten war, nicht aber gilt dies vom Aase. Daher ist beides nötig. –
10Wofür verwendet R. Meír [das Wort] Totverletztes? – Dieses schließt das innerhalb Geschlachteteaus. –
11Und R. Jehuda!? – [Das Wort] Totverletztes kommt nochmalsvor. –
12Und R. Meír!? – Eines schließt das innerhalb Geschlachtete aus und eines schließt das unreine Geflügel aus. –
13Und R. Jehuda ! ? – Er entnimmt dies aus [dem Worte] Aas. –
14Wofür verwendet R. Meír [das Wort] Aas!? – Daß hierbei Olivengröße erforderlichist, wie beim Essen. –
15Dies ist ja schon aus dem ersten Versezu entnehmen, da der Allbarmherzige vom Essen spricht!? –
16Eines deutet, daß dies von Olivengröße gilt, wie beim Essen, und eines, daß dies nur vom Zeiträume des Essens gilt, während man ein Peras essenkann.
17Man könnte nämlich glauben, da diesein Novum ist, so erfolge die Verunreinigung, auch wenn [das Essen] länger dauert, als man ein Peras essen kann, so lehrt er uns.
18Die Rabbanan lehrten:Das Fett eines Aases und das Fett eines Totverletzten; die Schrift spricht vom Fette eines reinen Viehs.
19Du sagst, die Schrift spreche vom Fette eines reinen Viehs, vielleicht ist dem nicht so, sondern vom Fette eines unreinen Viehs?
20Ich will dir sagen, das Geschlachtete ist rein und das Fett ist rein, wie die Reinheit des Geschlachteten sich nur auf das reine und nicht auf das unreine [Vieh] erstreckt, ebenso erstreckt sich auch die Reinheit des Fettes nur auf das reine und nicht auf das unreine.
21Oder aber wie folgt: das Aas wird als reinerklärt und das Fett wird als rein erklärt, wie nun die Reinheit des Aases sich auf das unreine und nicht auf das reine bezieht, ebenso bezieht sich auch die Reinheit des Fettes auf das unreine und nicht auf das reine.
22Ich will dir sagen,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.