Sevachim — Blatt 74a

1dennoch haben wir gelernt: R. Elie͑zer sagt, ist der Kopfvon einem dargebracht worden, seien alle Köpfe darzubringen!? –

2Er ist der Ansicht Ḥanan des Aegypters, denn es wird gelehrt: Ḥanan der Aegypter sagt, selbst wenn das Blut sich bereits im Gefäßebefindet, hole man einen anderen und paare ihm zu.

3Rabba b. Abuha sagte im Namen R. Naḥmans : Wenn ein Ring vom Götzendienste unter hundert andere Ringe geraten und einer von ihnen in das große Meer gefallen ist, so sind alle erlaubt, denn man nehme an, der verbotene sei hineingefallen.

4Raba wandte gegen R. Naḥman ein : Selbst eines in einer Myriade, so sind alle verenden zu lassen. Weshalb denn, wir sollten dochsagen, das verbotene sei verendet!?

5Dieser erwiderte: Rabhist der Ansicht R. Eliezers, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer sagt, ist der Kopf von einem dargebracht worden, seien alle Köpfe darzubringen. –

6Aber R. Elea͑zar sagte ja, R. Elie͑zer habe nur je zwei zusammenerlaubt, einzeln aber nicht!? Dieser erwiderte: Ich meine ebenfalls je zwei.

7Rabh sagte: Wenn ein Ring vom Götzendienste unter hundert andere Ringe geraten ist, und vierzig nach einer Stelle und sechzig nach einer anderen Stelle gesondert worden sind, so macht einer, der von den vierzig entnommen wird, anderenicht verboten, und einer, der von den sechzig entnommen wird, andere wohl verboten. –

8Wenn einer von den vierzig, wohl deshalb nicht, weil wir sagen, der verbotene befinde sich in der Mehrheit, somit sollte man doch, wenn einer von den sechzig, ebenfalls sagen, der verbotene befinde sich in der Mehrheit!? – Vielmehr, wenn vierzig zusammen nach einer Stelle abgesondert worden sind, so machen sienicht verboten, und wenn sechzig nach einer Stelle, so machen sie verboten.

9Als ichdies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Laß [das Gesetz vom] Götzendienste; bei diesem ist das Zweifelhafte und auch das zwiefach Zweifelhafte bis in alle Ewigkeitverboten.

10Man wandte ein: Beim Götzendienste ist das Zweifelhafte verboten und das zwiefach Zweifelhafte erlaubt. Zum Beispiel: ist ein Becher vom Götzendienste in ein Lager voll Becher geraten, so sind alle verboten; wenn einer von diesen in eine Myriade und einer aus der Myriade in eine andere Myriade geraten ist, so sind sie erlaubt!? –

11Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: badanische Granatäpfel machen verbotenin jedem Quantum. Zum Beispiel: ist einer in eine Myriade geraten und einer aus der Myriade in eine andere Myriade, so sind sie verboten.

12R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns : Wenn in eine Myriade, so sind sie verboten, und wenn einer aus der Myriade unter drei andere und einer von den dreien unter andere, so sind sie erlaubt. –

13Wessen Ansicht vertritt Šemuél: ist er der Ansicht R. Jehudas, so sollte esauch bei anderen Gesetzen verboten sein, und wenn der des R. Šimo͑n, so sollte es auch beim Götzendienste erlaubt sein!?

14Wolltest du erwidern, R. Šimo͑n unterscheide zwischen dem Götzendienste und anderen Verboten, so vertritt ja die Lehre, daß beim Götzendienste das Zweifelhafte verboten und das zwiefach Zweifelhafte erlaubt sei, weder die Ansicht R. Jehudasnoch die Ansicht R.Šimo͑ns!? –

15Tatsächlich die des R. Šimo͑n, und Šemuél ist der Ansicht R. Jehudas hinsichtlich des einenund streitet gegen ihn hinsichtlich des anderen.

16Der Meister sagte: Wenn einer aus der Myriade unter drei andere und einer von den dreien unter andere, so sind sie erlaubt.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.