Sevachim — Blatt 75b
1ist die Besprengungin jedem Quantum reinigend, ist für die Besprengung kein bestimmtes Quantum erforderlich, und kann die Besprengung zur Hälfte gültig und zur Hälfte ungültigsein. –
2Er sagte es nach der Ansicht R. Elie͑zers. Wenn du aber willst, sage ich : die Besprengung ist eine Handlung für sich und das Sprengen eine Handlung für sich.
3SIND [OPFERTIERE] MIT EINEM ERSTGEBORENEN ODER EINEM ZEHNTEN VERMISCHT WORDEN &C. Rami b. Ḥama sagte: Nach der Schule Šammajs darf man das Erstgeborene Menstruierenden nicht zu essen geben; wie aber verhält es sich mit dem Eingetauschten?
4Das Erstgeborene kann nicht ausgelöst werden, wie aber verhält es sich mit dem Eingetauschten? Das Erstgeborene darf nicht nach Litragewogen werden; wie aber verhält es sich mit dem Eingetauschten? Raba erwiderte: Es wird gelehrt: Das Erstgeborene und der Zehnt können eingetauschtwerden, [auch] wenn sie ein Gebrechen bekommen haben, und das Eingetauschte gleicht ihnen selbst.
5Rami b. Ḥama fragte ferner: Darf das Erstgeborene, das [der Priester] für den Tempelreparaturfonds gespendet hat, nach Litra gewogen werden: ist der Gewinn des Heiligturnsausschlaggebend oder ist die Mißachtung des Erstgeborenenausschlaggebend?
6R. Jose b. Zebida erwiderte: Komm und höre: Sind [Opfertiere] mit einem Erstgeborenen oder einem Zehnten vermischt worden, so sind sie weiden zu lassen, bis sie ein Gebrechen bekommen, sodann esse man sie nach Vorschrift des Erstgeborenen und des Zehnten. Dies besagt ja wahrscheinlich, daß sie nicht nach Litra gewogen werden dürfen.
7R. Hona und R. Ḥizqija, Schüler des R. Jirmeja, entgegneten: Es ist ja nicht gleich: da sind es zwei Heiligkeiten und zweiKörper, hierbei aber sind es zwei Heiligkeiten und ein Körper.
8R. Jose b. Abin wandteein : Würde man denn auf einen hören, wenn er sagt, daß man ihm ein Erstgeborenes auslöse, das er für den Tempelreparaturfonds gespendethat!? – Wenn auszulösen, wo doch der Allbarmherzige gesagt hat, daß man sie nichtauslöse!?
9Vielmehr, erwiderte R. Ami, dieserkann ja nur das spenden, was man ihm gegeben hat.
10BEI ALLEN (OPFERN) KANN EINE VERWECHSELUNG VORKOMMEN &C. Sündopfer und Schuldopfer wohl deshalb, weil dieses ein Männchen und jenes ein Weibchen ist,
11und dies ist ja auch bei einem Sündopfer und einem Brandopferder Fall!? – Es gibt den Ziegenbock eines Fürsten. – Daseine hat Haar und das andere Wolle. –
12Das Pesaḥopfer und das Schuldopfer können ja ebenfalls nicht verwechselt werden, denn das eine ist ein Jahr und das andere zwei Jahre alt!? – Es gibt das Schuldopfer des Nazirs und das Schuldopferdes Aussätzigen. Wenn du aber willst, sage ich: manche einjährige sehen wie zweijährige aus, und manche zweijährige sehen wie einjährige aus.
13SIND EIN SCHULDOPFER UND EIN HEILSOPFER MITEINANDER VERMISCHT WORDEN, SO SIND BEIDE, WIE R. ŠIMO͑N SAGT, IN DER NORDSEITE ZU SCHLACHTEN UND NACH VORSCHRIFT DES STRENGEREN UNTER IHNENZU ESSEN.
14MAN ERWIDERTE IHM: MAN BRINGE KEIN HEILIGES IN DEN UNTAUGLICHENRAUM.
15SIND STÜCKE MIT STÜCKEN VERMISCHT WORDEN, HOCHHEILIGES MIT MINDERHEILIGEM, SOLCHE, DIE EINEN TAG GEGESSEN WERDEN, MIT SOLCHEN, DIE ZWEI TAGE UND EINE NACHT GEGESSEN WERDEN, SO SIND SIE NACH VORSCHRIFT DES STRENGEREN UNTER IHNEN ZU ESSEN.
16GEMARA. Ein Schüler rezitierte vor Rabh : Für den Erlös von Siebentjahrsfrüchten darf man keine Hebe kaufen, weil man dadurch die Essens[dauer] derselbenkürzt.
17Die Jünger sprachen zu Raba: Dies vertritt nicht die Ansicht R. Šimo͑ns, denn R. Šimo͑n sagt ja, man dürfe Opfer in den Untauglichenraumbringen.
18Er erwiderte ihnen: Man kann auch sagen, daß dies die Ansicht R. Šimo͑ns vertrete, denn er lehrt dies nur von dem Falle, wenn esbereits erfolgt ist, nicht aber von vornherein. Etwa nicht auch von vornherein, Abajje wandte dagegen ein:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.