Sevachim — Blatt 77b

1R. Hona erwiderte: Wenn [der Fehler] in einem Häutchen am Auge besteht, und zwar nach R. A͑qiba, welcher sagt, wenn eshinaufgekommen ist, sei es nicht herabzunehmen. – Allerdings sagt es R. A͑qiba von dem Falle, wenn es bereits erfolgt ist, sagt er es etwa auch von vornherein!? –

2R.Papa erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie bereits auf die Altarrampe gekommensind. – Demnach sollte dies auch von dem Falle gelten, wenn siegesondert vorhandensind!? –

3Vielmehr, folgendes ist der Grund R. Elie͑zers: der Allbarmherzige schränkt ein:ein Gebrechen haftet ihnen an, nur sosind sie nicht wohlgefällig, vermischt aber sind sie wohlgefällig. –

4Und die Rabbanan!? – Solange der Fehler ihnen anhaftet, dürfen sie nicht dargebracht werden, ist aber der Fehler vorüber, dürfen sie wohl dargebracht werden. – Und R. Elie͑zer!? – [Dies geht hervor aus] ihnen, an ihnen. – Und die Rabbanan!? – Ihnen, an ihnen legen sie nicht aus. –

5Wieso heißt es demnachman betrachte, der Allbarmherzige hat es ja als tauglich erklärt!? – Er sprach es [zu den Rabbanan] nach ihrer Ansicht; nach meiner Ansicht hat der Allbarmherzige es als tauglich erklärt, aber auch ihr müßt mir ja beipflichten, daß das Fleisch des fehlerbehafteten als Brennholz zu betrachten sei, wie dies auch beim Fleische des Sündopfersder Fall ist. –

6Und die Rabbanan!? – Jenes ist verächtlich, dieses ist nicht verächtlich.

7WENN OPFERGLIEDER MIT GLIEDERN VON FEHLERBEHAFTETEN VERMISCHT WORDEN SIND, SO SIND, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, WENN EIN KOPF DARGEBRACHT WORDEN IST, ALLE KÖPFEDARZUBRINGEN, WENN EIN UNTERSCHENKEL DARGEBRACHT WORDEN IST, ALLE UNTERSCHENKEL DARZUBRINGEN; DIE WEISEN SAGEN, SELBST WENN ALLE MIT AUSNAHME VON EINEM DARGEBRACHT WORDEN SIND, KOMME DIESES IN DEN VERBRENNUNGSRAUM.

8GEMARA. Wenn Opferglieder mit Gebrechnbehafteten vermischt worden sind. R. Elea͑zar sagte: R. Elie͑zer hat es nur paarweiseerlaubt, einzeln aber nicht. R. Jirmeja wandte ein: Die Weisen sagen, selbst wenn alle mit Ausnahme von einem dargebracht worden sind, komme dieses in den Verbrennungsraum.

9R. Jirmeja b. Taḥlipha erwiderte ihm: Ich will es dir erklären: unter ‘einem’ ist ein Paar zu verstehen.

10IST BLUTMIT WASSER VERMISCHT WORDEN, SO IST ES, WENN ES DAS AUSSEHEN VON BLUT HAT, TAUGLICH; IST ES MIT WEINVERMISCHT WORDEN, SO BEHANDLE MAN IHNWIE WASSER, IST ES MIT BLUT VON EINEM VIEH ODER EINEM WILDE VERMISCHT WORDEN, SO BEHANDLE MAN ES WIE WASSER.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.