Sevachim — Blatt 78b
1Vielmehr, bei verschiedenen Artenerfolgt esdurch den Geschmack, bei gleichen Arten durch die Quantitätsmehrheit. –
2Sollte man doch die gleiche Art als verschiedenbehandeln, denn wir haben gelernt, daß wenn es mit Wein vermischt worden ist, man ihn als Wasser behandle, und darunter ist wohl zu verstehen, man betrachte den Wein als Wasser!? –
3Nein, man betrachte das Blut als Wasser. – Demnach sollte es doch heißen, es gehe auf!?
4Ferner wird gelehrt: R. Jehuda sagt, man betrachte sieals [Rot]wein; würde sein Aussehen verblaßt worden sein, so ist es gültig,
5wenn aber nicht, so ist es ungültig!? –
6[Hierüber streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Wenn in einem EimerWeißwein oder Milch sich befindet und man ihn untertaucht, so richte man sich nach der Quantitätsmehrheit. R. Jehuda sagt, man betrachte sie als Rotwein; würde sein Aussehen verblaßt worden sein, so ist esgültig, wenn aber nicht, so ist es ungültig. –
7Ich will auf einen Widerspruch hinweisen : Wenn ein Eimer voll Speichelist und man ihn untertaucht, so ist es ebenso als würde man ihn nicht untertauchen.
8Wenn mit Urin, so betrachte man ihn als Wasser;
9wenn mit Entsündigungswasser, sobald das Wasser mehr istals das Entsündigungswasser.
10Derjenige, welcher sagt, man betrachte, ist ja R. Jehuda, und er lehrt, daß die Quantitätsmehrheitausreiche!?
11Abajje erwiderte : Das ist kein Widerspruch;
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.