Sevachim — Blatt 79a

1dies ist seine eigene Ansicht und jenes ist die seines Lehrers. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagt im Namen R. Gamliéls, Blut gehe nicht in Blut auf, Speichel gehe nicht in Speichel auf, und Urin gehe nicht in Urin auf.

2Raba erklärte: Hier wird von einem Eimer gesprochen, dessen Innenseite rein und dessen Außenseite unrein ist; nach dem Gesetze genügt jedes Quantum,

3nur haben die Rabbanan esbestimmt, weil man esschonen könnte und nicht untertauchen, ist aber ein Überschußvorhanden, so ist weiter nichts nötig.

4Raba sagte : Die Rabbanan sagten, der Geschmack, die Rabbanan sagten, die Mehrheit und die Rabbanan sagten, das Aussehen [sei ausschlaggebend]. Bei zwei verschiedenen Arten ist es der Geschmack, bei zwei gleichen Artenist es die Mehrheit, und istdas Aussehen entscheidend, so ist es das Aussehen.

5Er streitet somit gegen R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte: Wie bei den Geboten die Dinge einander nicht aufheben, so heben auch bei den Verboten die Dinge einander nicht auf.

6Derjenige, welcher sagt, bei den Geboten heben die Dinge einander nicht auf, ist Hillel, denn es wird gelehrt: Man erzählt von Hillel dem Älteren, daß er sieaufeinander legte und zusammenaß, denn es heißt:mit ungesäuertem Brote und Bitterkraut sollen sie es essen.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.