Sevachim — Blatt 82a
1Da dazu auch das Sündopfer und das Schuldopfer gehören, die untauglich sind, wenn das Blut hineingebracht worden ist, so ist dies nicht angängig.
2R. A͑QIBA SAGT NÄMLICH &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls; Dies ist mit folgendem zu vergleichen. Ein Schüler schenkt seinem Meister warmes Wasser ein, und dieser spricht zu ihm : Schenke mir ein. Wenn jener ‘welches’ fragt, so erwidert dieser: Warmes haben wir ja, jetzt warmes undkaltes.
3Ebenso auch hierbei. Der Allbarmherzige spricht ja vom Sündopfer, wozu nennt er es wiederum? Daß diesnicht nur vom Sündopfer, sondern auch von allen übrigen Opfern gelten soll.
4R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wandte ein: Merke, hinsichtlich des Scheuerns und Spülenssind ja alle Opfereinbegriffen, und wenn nun der Allbarmherzige das Sündopfer besonders nennt, so gilt dies ja nur vom Sündopfer, von anderem aber nicht!?
5Dies gleicht vielmehr folgendem. Ein Schüler schenkt seinem Meister warmes und kaltes Wasser ein, und dieser spricht zu ihm : Schenke mir nur warmesein. –
6Vielmehr, R. A͑qiba entnimmt dies aus [dem Worte:]und jedes Sündopfer. Es wird nämlich gelehrt: Sündopfer, ich weiß dies nur vom Sündopfer, woher dies von den übrigen hochheiligen Opfern? Es heißt: jedes Sündopfer. Woher dies von den minderheiligen Opfern? Es heißt: und jedes Sündopfer – so R. A͑qiba.
7R. Jose der Galiläer sprach zu ihm: Selbst wenn du mit deinen Einschließungen den ganzen Tag fortfährst, höre ich auf dich nicht. Vielmehr [wie folgt :] ich weiß dies nur vom Sündopfer eines einzelnen, woher dies vom Sündopfer einer Gemeinde? Es heißt: jedes Sündopfer. Ich weiß dies nur vom männlichen Sündopfer, woher dies vom weiblichen Sündopfer? Es heißt: und jedes Sündopfer. –
8Wohindenn ! ? – Vielmehr, ich weiß dies nur vom weiblichen Sündopfer, woher dies vom männlichen Sündopfer? Es heißt: und jedes Sündopfer. –
9Ist R.Jose der Galiläer denn der Ansicht, dieser Schriftvers deute hierauf, es wird ja gelehrt: R. Jose der Galiläer sagte : Dieser ganze Abschnitt handelt nur von den zu verbrennenden Farrenund den zu verbrennenden Ziegenböcken,
10daß sie nämlich untauglich vor dem Tempel zu verbrennen sind, und daß man, wenn man sie ißt, ein Verbot begeht.
11Sie erwiderten ihm: Woher dies demnach vom Sündopfer, dessen Blut in das Allerinnerste gebracht worden ist? Er erwiderte ihnen: [Es heißt:]ist doch nicht gebrachtworden. –
12Er sagte es nach der Ansicht R. A͑qibas.
13IST DAS BLUT EINES SÜNDOPFERS IN ZWEI GEFÄSSE AUFGENOMMEN WORDEN UND EINES AUSSERHALBHINAUSGEKOMMEN, SO IST DAS ANDERE TAUGLICH; IST EINES IN DAS INNEREGEKOMMEN, SO IST DAS ANDERE NACH R. JOSE DEM GALILÄER TAUGLICH UND NACH DEN WEISEN UNTAUGLICH.
14R. JOSE DER GALILÄER SPRACH: WENN BEIM HINAUSBRINGEN AUSSERHALB, WOBEI ES SCHON DURCH DIE ABSICHTUNTAUGLICN WIRD, DAS ZURÜCKBLEIBENDE DEM HINAUSGEBRACHTEN NICHTGLEICHT, UM WIEVIEL WENIGER GLEICHT BEIM HINEINBRINGEN IN DAS INNERE, WOBEI ES DURCH DIE ABSICHT NICHT UNTAUGLICHWIRD, DAS ZURÜCKBLEIBENDE DEM HINEINGEBRACHTEN.
15IST ES ZUR SÜHNUNG HINEINGEBRACHT WORDEN, SO IST ES UNTAUGLICH, AUCH WENN SIE NICHT VOLLZOGEN WORDEN IST – SO R. ELIE͑ZER. R. ŠIMO͑N SAGT, NUR WENN DIE SÜHNUNG VOLLZOGEN WORDEN IST. R. JEHUDA SAGT, IST ES ABSICHTSLOS HINEINGEBRACHT WORDEN, SEI ES TAUGLICH.
16DAS STIRNBLATTMACHT KEINE ART VON UNTAUGLICHEM BLUT WOHLGEFÄLLIG, DAS AUF DEN ALTAR GESPRENGT WORDEN IST, SONDERN NUR UNREINES; DAS STIRNBLATT MACHT NÄMLICH DAS UNREINE WOHLGEFÄLLIG, NICHT ABER DAS HINAUSGEBRACHTE.
17GEMARA. Es wird gelehrt: R. Jose der Galiläer sprach: Es ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn beim Hinausbringen außerhalb, wobei es durch die Absicht untauglich wird, das hinausgebrachte Blut das innen zurückbleibende nicht untauglich macht, um wieviel weniger macht beim Hineinbringen in das Innere, wobei es durch die Absicht nicht untauglich wird, das hineingebrachte das außen zurückbleibende untauglich. –
18Es heißt:von dessen Blut hineingebracht wird, selbst ein Teil des Blutes.
19Er entgegnete ihnen: Demnach ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere hinsichtlich des hinausgebrachten zu folgern: wenn beim Hineinbringen in das Innere, wobei es durch die Absicht nicht untauglich wird, das hineingebrachte Blut das außen zurückbleibende untauglich macht, um wieviel mehr macht beim Hinausbringen außerhalb, wobei es durch die Absicht untauglich wird, das hinausgebrachte das innen zurückbleibende untauglich. –
20Es heißt: hineingebracht wird, nur das hineingebrachte macht untauglich, nicht aber macht das hinausgebrachte untauglich. –
21Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß innerhalb die Absichtuntauglich mache: wenn beim Hinausbringen außerhalb, wobei das hinausgebrachte Blut das innen zurückbleibende nicht untauglich macht, die Absicht untauglich macht, um wieviel mehr macht beim Hineinbringen in das Innere, wobei das hineingebrachte das außen zurückbleibende untauglich macht, die Absicht untauglich. –
22Es heißt:am dritten Tage, ein Ort, der durch das Blut, das Fleisch und die Opferteile gedreifachtist. –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.