Sevachim — Blatt 83a
1es zum Altar herausgebrachtund zurück hineingebracht hat;
2hierbei ist es entschieden dieselbe Stelle, oder aber, dabei heißt es ‘hinausgehen’. – Dies bleibt unentschieden.
3IST ES ZUR SÜHNUNG HINEINGEBRACHT WORDEN. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Hierbei heißt es: zur Sühnung,und dortheißt es: niemand soll im Offenbarungszelte sein, wenn er zur Sühnung in das Heiligtum tritt,
4wie dort in dem Falle, wenn die Sühne noch nicht vollzogen ist, ebenso auch hierbei, wenn die Sühne noch nicht vollzogen ist.
5R. Šimo͑n sagte: Hierbei heißt es: zur Sühnung, und dortheißt es: den Farren des Sündopfers und den Ziegenbock des Sündopfers &c. zur Sühnung, wie dort in dem Falle, wenn die Sühne vollzogen ist, ebenso auch hierbei, wenn die Sühne vollzogen ist. –
6Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich des äußerenvom äußeren, nicht aber hinsichtlich des äußeren vom inneren,
7und einer ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich eines Tieresvon einem Tiere, nicht aber hinsichtlich eines Tieres von einem Menschen.
8R. JEHUDA SAGT &C. Wenn aber vorsätzlich, so ist es untauglich; wenn die Sühnung vollzogen ist, oder wenn sie nicht vollzogen ist?
9R. Jirmeja erwiderte: [Es wird gelehrt:] Wenn es schon heißt: den Farren des Sündopfers und den Ziegenbock des Sündopfers, deren Blut in das Heiligtum zur Sühnung gebracht worden ist,
10wozu heißt es weiter:der verbrannte? – Wozu es der verbrannte heißt, dies ist ja an sichnötig!? – Vielmehr, wozu heißt es zweimal Sündopfer? –
11Wir wissen nur vom Farren und vom Ziegenbocke des Versöhnungstages, die im Aschenraume verbrannt werden, daß sie die Kleider unrein machen, woher dies von anderen [Opfern], die verbrannt werden? Es heißt zweimal Sündopfer – so R. Jehuda.
12R. Meír sagt, diessei nicht nötig; es heißt: und den Farren des Sündopfers und den Ziegenbock des Sündopfers, wozu heißt es noch zur Sühnung? Dies lehrt, daß bei allen sühnenden Opfern die Kleider des Verbrennenden unrein werden.
13R. Jehuda aber leuchtet [die Ableitung aus dem Worte] zur Sühnung nicht ein, wohl aus dem Grunde, weil er es für die Wortanalogieverwendet.
14DER ALTAR HEILIGT DAS, WAS FÜR IHN GEEIGNET IST.
15R. JEHOŠUA͑ SAGT, WAS FÜR DAS ALTARFEUER GEEIGNET IST; IST ES HINAUFGEKOMMEN, SO WERDE ES NICHT HERABGENOMMEN, DENN ES HEISST: das ist das Brandopfer auf seiner Brandstätte; WIE DAS BRANDOPFER, DAS FÜR DAS FEUER GEEIGNET IST, WENN ES HINAUFGEKOMMEN, NICHT HERABGENOMMEN WIRD, EBENSO WIRD AUCH ALLES ANDERE, WAS FÜR DAS FEUER GEEIGNET IST, WENN ES HINAUFGEKOMMEN IST, NICHT HERABGENOMMEN.
16R. GAMLIÉL SAGT, WAS FÜR DEN ALTAR GEEIGNET IST; IST ES HINAUFGEKOMMEN, SO WERDE ES NICHT HERABGENOMMEN, DENN ES HEISST: das ist das Brandopfer auf seiner Brandstätte, auf dem Altar, WIE DAS BRANDOPFER, DAS FÜR DEN ALTAR GEEIGNET IST, WENN ES HINAUFGEKOMMEN IST, NICHT HERABGENOMMEN WIRD, EBENSO WIRD AUCH ALLES ANDERE, WAS FÜR DEN ALTAR GEEIGNET IST, WENN ES HINAUFGEKOMMEN IST, NICHT HERABGENOMMEN.
17EIN UNTERSCHIED ZWISCHEN DER ANSICHT R. GAMLIÉLS UND DER ANSICHT R. JEHOŠUA͑S BESTEHT NUR HINSICHTLICH DES BLUTES UND DES GUSSOPFERS; NACH R. GAMLIÉL WERDEN SIE NICHT HERABGENOMMEN, UND NACH R. JEHOŠUA͑ WERDEN SIE HERABGENOMMEN.
18R. ŠIMO͑N SAGT, IST DAS SCHLACHTOPFER TAUGLICH UND DAS [DAZU GEHÖRIGE] GUSSOPFER UNTAUGLICH, ODER DAS GUSSOPFER TAUGLICH UND DAS SCHLACHTOPFER UNTAUGLICH, ODER SELBST BEIDE UNTAUGLICH, WERDE DAS SCHLACHTOPFER NICHT HERABGENOMMEN, UND DAS GUSSOPFER WOHL HERABGENOMMEN.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.