Sevachim — Blatt 86b

1In dem Falle, wenn sie durchgeröstet sind. – Woher dies?

2Rabh erwiderte: Ein Schriftvers lehrt, daß man [die Opferteile] die ganze Nacht aufräuchere, und ein Schriftverslehrt, daß man [die Asche] die ganze Nacht abhebe;

3daher teile man sie, die Hälfte für die Aufräucherung und die Hälfte für das Abheben.

4R. Kahana wandte ein: An jedem Tage entaschte man den Altar beim Hahnenruf oder kurz vorher oder nachher, am Versöhnungstage aber um Mitternacht, und an den Festen von der ersten Nachtwacheab. Wieso darf es nun, wenn man sagen wollte, die Mitternachtszeit sei eine Bestimmung der Tora, früher oder später erfolgen!?

5R. Joḥanan erwiderte: Schon die Wortedie ganze Nacht besagen ja, daß dies bis zum Morgen andauere, wozu heißt es noch:bis zum Morgen? Daß man noch einen Morgen zum Nachtmorgenhinzufüge.

6Daher ist für den Alltag die Zeit vom Hahnenruf ab ausreichend, am Versöhnungstage, an dem die Schwäche des Hochpriesterszu berücksichtigen ist, beginne man schon um Mitternacht, und an den Festen, an denen die Opfer zahlreich sind, beginnen die Jisraéliten schon bei der ersten Nachtwache einzutreffen. Wie auch im Schlußsätze gelehrt wird: noch war die Zeit des Hahnenrufes nicht herangereicht, als schon der Tempelhof gefüllt war.

7Es wurde gelehrt: Wenn sie sich vor Mitternacht getrennthatten und nach Mitternacht zurück hinaufgelegt worden sind, so erfolgt die Verzehrung, wie Rabba sagt,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.