Sevachim — Blatt 87a
1in der folgenden Mitternacht, und wie R. Ḥisda sagt, beim Aufgange der Morgenröte.
2In der Schule Rabhs sagten sie: Folgendes ist der Grund R. Ḥisdas: wenn in der Mitternacht, in der keine Übernachtungerfolgt, die Verzehrungerfolgt, um wieviel mehr erfolgt sie beim Aufgange der Morgenröte, an dem die Übernachtung erfolgt.
3Wenn sie sich vor Mitternacht getrennt hatten, und nach Aufgang der Morgenröte zurück hinaufgelegt worden sind, so werden sie, wie Rabba sagt, in der folgenden Mitternacht verzehrt; R. Ḥisda sagt, bei diesen gebe es keine Verzehrungmehr.
4R. Joseph wandte ein: Wer sagt uns, daß die Verzehrung durch die Mitternacht sie nur auf dem Altar trifft, vielleicht erfolgt sie überall, wo sie sich befinden!? Von dort ließen sie sagen: Die Halakha ist wie R. Joseph.
5Ebenso wurde auch gelehrt: R. Ḥijab. Abba sagte: Wenn sie sich vor Mitternacht getrennt hatten und nach Mitternacht zurück hinaufgelegt worden sind, so darf man sie weder nutznießennoch gibt es bei ihnen eine Veruntreuung, denn sie kommen aus dem Zustande der Veruntreuung.
6R. Papa sprach zu Abajje: Da sie nun von dort sagen ließen, die Halakha sei wie R. Joseph, und auch R. Ḥija b. Abba und Bar Qappara dasselbe lehren, worüber streiten demnachRabba und R. Ḥisda? Dieser erwiderte: Über die fetten Stücke.
7Raba fragte Rabba: Ist die Übernachtung, wenn siesich auf dem Altar befinden, von Wirkungoder ist sie, wenn sie sich auf dem Altar befinden, nicht von Wirkung? – In welchem Falle: sind sie nicht herabgekommen, so werden sie ja nicht mehr herabgenommen, sogar wenn sie über Nacht nur im Tempelhofe gelegen haben, und um wieviel weniger, wenn sie sich auf dem Altar befinden. –
8Vielmehr, wenn sie herabgekommensind; ist [der Altar] mit dem Tischezu vergleichen, und wir haben gelernt: selbst wenn siesich mehrere Tage auf dem Tische befinden, ist nichtsdabei, oder aber ist er mit dem Fußboden zu vergleichen?
9Dieser erwiderte: Auf dem Altar gibt es kein Übernachten. – Hat jener dies anerkannt oder nicht? – Komm und höre: Es wurde gelehrt: Befinden sich Opferglieder über Nacht im Tempelhofe, so darf die Aufräucherung die ganze Nacht fortgesetzt werden; befinden sie sich über Nacht auf dem Altar, so darf die Aufräucherung ewig fortgesetzt werden;
10sind sie herabgekommen, so werden sie, wie Rabba sagt, zurück hinaufgelegt, und wie Raba sagt, nicht zurück hinaufgelegt. Schließe hieraus, daß er es nicht anerkannt hat. Schließe hieraus.
11WIE DER ALTAR HEILIGT &C. Die Rabbanan lehrten:Was den Altar berührt; ich weiß dies nur vom Altar, woher dies von der Altarrampe? Es heißt:denAltar. Woher dies von den Dienstgefäßen? Es heißt: alles, was diese berührt, soll heilig sein.
12Reš Laqiš fragte R. Joḥanan: Machen die Dienstgefäße das Untauglicheheilig? Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Wie der Altar und die Altarrampe das für sie Geeignete heiligen, ebenso heiligen auchdie Gefäße.
13Jener entgegnete: Ich frage es hinsichtlich der Darbringung von vornherein. – Auch dies haben wir gelernt:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.