Sevachim — Blatt 88a
1das Blut des untauglichen Geflügel-Sündopferssprengen, es wird jaherabgenommen. – Wieso sprengt man das Blutvon anderen untauglichen Opfern!? –
2Man berührt. – Ist diesdenn ein Auftragen, dies ist ja ein Ausdrücken; ist diesdenn ein Sprengen, dies ist ja ein Gießen!?
3Und ist dies ferner die Art des Auftragensund des Sprengens!?
4R. Aši erwiderte: Wenn man es auf dem Altar [stehend] hält, ist dem auch so, wir sprechen aber von dem Falle, wenn man es an einem Stock hängendhält. Wie ist es damit? – Dies bleibt unentschieden.
5FLÜSSIGKEITSGEFÄSSE HEILIGEN FLÜSSIGKEITEN, UND TROCKENMASSE HEILIGEN TROCKENE DINGE; DAS FLÜSSIGKEITSGEFÄSS HEILIGT KEINE TROCKENEN DINGE, UND DAS TROCKENMASS HEILIGT KEINE FLÜSSIGKEITEN. SIND HEILIGE GEFÄSSE DURCHLÖCHERT WORDEN, SO HEILIGEN SIE, WENN SIE ZUM SELBEN GEBRAUCHE VERWANDT WERDEN, WIE SIE GANZ VERWANDT WORDEN SIND, WENN ABER NICHT, SO HEILIGEN SIE NICHT. ALLE ABER HEILIGEN NUR DANN, WENN SIE SICH IM HEILIGTUME BEFINDEN.
6GEMARA. Šemuél sagte: Diesgilt nur von den Meßgefäßen, die Sprengbecken aber machen wohl heilig, denn es heißt:beide voll mit Feinmehl.
7R. Aha aus Diphte sprach zu Rabina: Das Speisopferist ja feucht!? Dieser erwiderte: Dies bezieht sich auf die darin enthaltenen trockenenBestandteile. Wenn du aber willst, sage ich: im Vergleich zum Blute gilt auch das Speisopfer als trocken.
8Šemuél sagte: Die Dienstgefäße heiligen nur vollständig, sie heiligen nur voll, sie heiligen nur von der Innenseite
9und sie heiligen nur innerhalb.
10R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man nicht hinzuzufügen beabsichtigt, wenn man aber hinzuzufügen beabsichtigt, so wird es nach und nach heilig.
11Ebenso wird auch gelehrt: Voll, unter voll ist zu verstehen: vollständig. R. Jose sagte: Dies nur dann, wenn man nicht hinzuzufügen beabsichtigt, wenn man aber hinzuzufügen beabsichtigt, so wird es nach und nach heilig.
12DAS FLÜSSIGKEITSGEFÄSS HEILIGT KEINE &C. Rabh, nach anderen R. Asi, sagte: Sie heiligen nicht, um dargebracht zu werden, wohl aber heiligen sie, um untauglichzu werden.
13Manche beziehen dies auf folgende Lehre: Man darf keine Speisopfer, Gußopfer, Viehspeisopfer und Erstlinge von Bemischtem bringen, und um so weniger von Ungeweihtem und von Mischfrucht; hat man sie gebracht, so sind sie nicht heilig. Hierzu sagte Rabh, nach anderen R. Asi: Sie sind nicht heilig, um dargebracht zu werden, wohl aber sind sie heilig, um untauglich zu werden.
14Die Rabbanan lehrten: Sind heilige Gefäße durchlöchert worden, so darf man sie nicht löten oder Blei hineinschmelzen; sind sie beschädigt worden, so darf man sie nichtreparieren. Ist ein Messer schartig geworden, so darf man die Scharte nicht wegschleifen; hat es sich [vom Griffe] gelöst, so darf man es nicht wieder einsetzen. Abba Šaúl sagte: Im Tempel war ein untauglich machendesMesser, da taten sich die Priester zusammen und versteckten es.
15Die Rabbanan lehrten: Die priesterlichen Gewänder dürfen nicht mit Nadeln genäht, sondern gewebt sein, denn es heißt:Webearbeit. Sind sie schmutzig geworden, so dürfen sie weder mit Natron noch mit Aloe gewaschen werden. –
16Demnach darf man sie in Wasser waschen!? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: benötigen sie Natronund Aloe,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.