Sevachim — Blatt 8b

1heißt, woher dies vom Sündopfer wegen Götzendienstes, wegen des Zeugniseides, wegen des Bekräftigungseidesund wegen der Verunreinigung des Tempels und seiner Heiligtümer, bei denendies nicht geschrieben ist? –

2Hinsichtlich des Sündopfers wegen des Götzendienstes ist dies vom Talg-Sündopfer zu folgern, das ebenso wie dieses die Ausrottungsstrafe [sühnt], und hinsichtlich der übrigen ist dies durch Analogie zu folgern.

3Die Rabbanan lehrten: Das Pesaḥopfer zur richtigen Zeitist auf seinen Namen tauglich, auf anderen Namen aber untauglich; an den übrigen Tagen des Jahres ist es auf seinen Namen untauglich, auf anderen Namen aber tauglich.

4Woher dies? Der Vater Šemuéls erwiderte: Die Schrift sagt :wenn aber sein Opfer vom Kleinvieh ist, zur Schlachtung eines Heilsopfers für den Herrn; was vom Kleinvieh kommt, soll als Schlachtung eines Heilsopfersgelten. –

5Vielleicht nur dann, wenn als Heilsopfer, sonst aber nicht!? R. Ila erwiderte im Namen R. Joḥanans: Zur Schlachtung, dies schließt jede Schlachtung ein. –

6Vielleicht aber, daß es als das gelte, auf dessen Namen es geschlachtetwird!? –

7Hieße es: zur Schlachtung und zum Heilsopfer, so wäre dem auch so, da es aber heißt: zur Schlachtung eines Heilsopfers, so heißt dies, als was es auch geschlachtet wird, gelte es als Heilsopfer. –

8Vielleicht aber: zur Schlachtung, generell, Heilsopfer, speziell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so umfaßt die Generalisierung nur das Speziellgenannte, also nur dann, wenn als Heilsopfer, sonst aber nicht!? –

9[Das Wort] für den Herrn ist eine weitere Generalisierung.

10R. Ja͑qob aus Nehar Peqod wandte ein: Die zweite Generalisierung gleicht ja nicht der ersten; die erste Generalisierung umfaßt nur Schlachtopfer und nichts weiter, die zweite Generalisierung, für den Herrn, umfaßt aber alles, was dem Herrn dargebracht wird, auch Geflügel und Speisopfer!? –

11In der Schule R. Jišma͑éls wenden sie [die Regel] von der Generalisierung und Spezialisierung wie folgt an:

12wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und dann wieder eine Generalisierung folgt, so richte man sich nur nach der Spezialisierung; wie das Speziellgenanntenicht auf seinen Namen dargebracht wird, und esist tauglich, ebenso alles andere, was nicht auf seinen Namen dargebracht wird, es ist dann tauglich. –

13Vielleicht aber: wie das Speziellgenannte eine Sache ist, die als Gelobtes und als freiwillige Gabe dargebracht wird, ebenso alles andere, was als Gelobtes und als freiwillige Gabe dargebracht wird, also nur Brandopfer und Heilsopfer, nicht aber Sündopferund Schuldopfer!? –

14Vielmehr [das Wort] Schlachtung ist einschließend. –

15Vielleicht gilt es als das, auf dessen Namen es geschlachtet worden ist!?

16R. Abin erwiderte:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.