Sevachim — Blatt 9a

1Man schiebe Opfer, die gegessen werden, zu Opfern, die gegessen werden, nicht aber schiebe man Opfer, die gegessen werden, zu Opfern, die nicht gegessen werden. –

2Werden etwa Sündopfer und Schuldopfer nicht gegessen!? –

3Vielmehr, man schiebe Opfer, die von jedem Menschen gegessen werden, zu Opfern, die von jedem Menschen gegessen werden, nicht aber schiebe man Opfer, die von jedem Menschen gegessen werden, zu Opfern, die nicht von jedem Menschen gegessenwerden.

4R. Jose b. Abin erwiderte: Man schiebe minderheilige Opfer zu minderheiligen Opfern, nicht aber schiebe man minderheilige Opfer zu hochheiligen Opfern.

5R. Jiçḥaq b. R. Sabrin wandte ein: Vielleicht gilt es, wenn es als Zehnt geschlachtet worden ist, als Zehnt!? Dies ist insofern von Bedeutung, als nämlich dazu kein Gußopfer erforderlich ist, und daß wegen [Verkaufs und] Auslösenszu geißelnist. –

6Die Schrift sagt:das zehnte soll heilig sein, nur dieses gilt als Zehnt, nicht aber gilt ein anderes als Zehnt. –

7Vielleicht gilt es, wenn es als Erstgeborenes geschlachtet worden ist, als Erstgeborenes!? Dies ist insofern von Bedeutung, als nämlich dazu kein Gußopfer erforderlich ist, oder auch, daß man es einem Priester gebe. –

8Auch hinsichtlich des Erstgeborenen wird diesvom Zehnten gefolgert, durch den bei beiden gebrauchten [Ausdruck] vorübergehen. –

9Vielleicht gilt es, wenn es als Umgetauschtesgeschlachtet worden ist, als Umgetauschtes!? Dies ist insofern von Bedeutung, als dieserhalb zu geißelnist.

10Mar-Zuṭra, Sohn des R. Naḥman, erwiderte: Die Schrift sagt: so soll dieses und das Umgetauschte [heilig] sein, dieses kann Umgetauschtes sein, nicht aber kann ein anderes Umgetauschtes sein. –

11Vielleicht gilt es, wenn es als Dankopfer geschlachtet worden ist, als Dankopfer!? Dies ist insofern von Bedeutung, als nämlich dazu die Broteerforderlich sind!? –

12Sollten denn, während zum Pesaḥopfer selbst die Brote nicht erforderlich sind, zum Zurückbleibenden desselben die Brote erforderlich sein!? –

13Demnach ist ja auch jetzt einzuwenden: sollte denn, während zum Pesaḥopfer selbst das Gußopfer nicht erforderlich ist, zum Zurückbleibenden desselbendas Gußopfer erforderlich sein!? –

14Wir meinen es wie folgt: sollten denn, während zum Zurückbleibenden des Dankopfersselbst die Brote nicht erforderlich sind, zu dem, das nur als solches dargebracht wird, die Brote erforderlich sein!?

15Raba, Sohn des R. Hillel, wandte ein: Woher, daß jener Schriftversvom Zurückbleibenden des Pesaḥopfers spricht, vielleicht spricht er vom Zurückbleibenden des Schuldopfers!?

16Raba erwiderte: Die Schrift sagt:ist sein Opfer vom Kleinvieh, zur Schlachtung eines Heilsopfers, das von jeder Art Kleinviehdargebracht wird.

17R. Abin b. Ḥija, nach anderen R. Abin b. Kahana, wandte ein: Überallsagst du, [das Wort] von sei ausschließend, hier aber soll es einschließendsein!?

18R. Mani erwiderte: Hier ist das von ebenfalls ausschließend, denn als solcheswird kein zweijähriges und kein weibliches Vieh dargebracht.

19R. Ḥana aus Bagdad wandte ein : Wieso kannst du sagen, jener Schriftversspreche vom Zurückbleibenden des Pesaḥopfers, es heißt ja:wenn ein Lamm, wenn eine Ziege, somit spricht er ja nicht vom Zurückbleibenden des Pesaḥopfers!? –

20Diesist wegen der folgenden Lehre nötig : Lamm, dies schließt das Pesaḥopfer hinsichtlich des Fettschwanzesein;

21und da es heißt: wenn ein Lamm, so schließt dies auch das über ein Jahr alt gewordenePesaḥ[lamm] und das neben dem Pesaḥopfer dargebrachte Heilsopfer ein hinsichtlich aller für das Heilsopfer geltenden Vorschriften, daß nämlich diese des Stützens, des Gußopfers und des Schwingens von Brust und Schenkel benötigen. Wenn es nun weiter heißt: wenn ein Zicklein, so ist das Thema unterbrochen; dies lehrt, daß der Fettschwanz des Zickleins nicht dargebracht werde. –

22Ist dies denn hieraus zu folgern, dies wird ja aus einer Lehre des Vaters Šemuéls gefolgert!? Der Vater Šemuéls sagte nämlich: Ist sein Opfer vom Kleinvieh, zur Schlachtung eines Heilsopfers, was vom Kleinvieh kommt, diene zur Schlachtung eines Heilsopfers!? –

23Dies ist ja auch aus einer Lehre R. Naḥmans im Namen des Rabba b. Abuha zu folgern!? R. Naḥman sagte nämlich im Namen des Rabba b. Abuha: Woher, daß das Zurückbleibende des Pesaḥopfers als Heilsopfer dargebracht wird? Es heißt:du sollst das Pesaḥopfer für den Herrn, deinen Gott, schlachten, Schafe und Rinder, und da das Pesaḥopfer nur von Lämmern und Ziegen dargebracht wird, so ist hieraus zu entnehmen, daß das Zurückbleibende des Pesaḥopfersals das zu verwendenist, was von Schafen und Rindern dargebracht wird, nämlich als Heilsopfer.

24Vielmehr sind diesbezüglich drei Schriftverse vorhanden;

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.