Sevachim — Blatt 92b

1des Horns, des Fingers, der Kanteund der Verbrennung. –

2Im Gegenteil, das Geflügel-Sündopfer sollte ja einbegriffen werden, denn es wird gleich jenem außerhalb [hergerichtet] und gegessen!? – Jenesind mehr.

3R. Joseph erklärte: Der Schriftvers lautet: soll er es essen, dieses und nicht ein anderes; die Schrift hat eine Einschränkung hinsichtlich der zu essenden getroffen. –

4Wozu ist demnach [das Wort] dieses nötig!? – Hieße es nicht dieses, so könnte man glauben, [der Ausdruck] soll es essen sei eine Redewendung der Schrift, so lehrt er uns.

5Rabba erklärte: Der Schriftvers lautet:worauf es spritzt, die Schrift spricht also von zu sprengenden. – Es heißt ja aber: obgleich die Schrift nur von eßbaren spricht!? –

6Hinsichtlich des Scheuerns und Abspülens, hinsichtlich des Waschens aber heißt, es: worauf es spritzt. –

7Wieso heißt es demnach: sowohl die eßbaren als auch die inneren, es müßte ja heißen: sowohl die inneren als auch die eßbaren!? – Lies: sowohl die inneren als auch die eßbaren. –

8Demnach sollte es auch vom Geflügel-Sündopfergelten!? – Die Schrift hat es durch [das Wort] dieses ausgeschlossen!? – Demnach sollte es auch von den äußeren nicht gelten!? – Der Allbarmherzige hat sie durch [das Wort] Gesetz einbegriffen. –

9Was veranlaßt dich dazu!? – Es ist einleuchtend, daß) das Vieh-Sündopfer einzuschließen sei, denn es ist ebenfalls ein Vieh und gleicht jenem hinsichtlich des Schlachtens in der Nordseite, der [Blut]aufnahme in ein Gefäß, des Horns, des Fingers, der Kanteund der Verbrennung. –

10Im Gegenteil, das Geflügel-Sündopfer sollte ja einbegriffen werden, denn es gleicht jenem hinsichtlich des Sprengens!? – Jenesind mehr.

11R. Abin fragte: Wie ist es, wenn man Geflügel-Sündopferblut im Halseinnerhalb gebracht hat: gleicht der Halseinem Dienstgefäße, somit ist es untauglich,

12oder gleicht er dem Halse eines Viehs, und der Allbarmherzige sagt:vom Blute, nicht aber vom Fleische. – Komm und höre: Ist esdurch das Zappeln in das Innere gekommen und zurück herausgekommen, so ist es tauglich. Demnach ist es, wenn man es hineingebracht hat, untauglich. –

13Auch hinsichtlich des Hochheiligenheißt es ja, wenn es durch das Zappeln in die Südseite gekommen und zurück herausgekommen ist, sei es tauglich, und nach deiner Auslegung wäre ebenfalls zu folgern, wenn man es hineingebracht hat, seies untauglich!?

14Vielmehr lehrt er eshierbei wegen des Falles, wenn es außerhalbhinausgekommen ist, ebenso lehrt er es auch dort wegen des Falles, wenn es außerhalb hinausgekommen ist.

15R. Abin fragte: Wie ist es, wenn esauf das Pflaster ausgeschüttet und aufgesammelt worden ist:

16hat der Allbarmherzige hierbei eines Dienstgefäßes nicht benötigt, somit nehme man es aufund es ist tauglich, oder hat der Allbarmherzige hierbei ein Dienstgefäß verboten, somit ist es, wenn man es aufnimmt, untauglich?

17Raba erwiderte: Komm und höre: Man könnte glauben, das Blut eines Geflügel-Sündopfers benötige des Waschens, so heißt es dies. Wenn man nun sagen wollte, es werde dadurch untauglich, so sollte schon der Umstand ausreichen, daß es durch den Luftraum der Sache untauglichgeworden ist.

18R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Wenn man die Sache an den Hals anschließt.

19Levi fragte: Wie ist es, wenn es von einem Gewände auf ein anderes spritzt: ist es schon beim ersten Gewände hinsichtlich des Waschens verdrängt wordenoder nicht?

20Dieser erwiderte: Dies ist eine Frage. Das Waschen ist auf jeden Fall erforderlich; ist es, wenn man es aufnimmt, tauglich, so ist es ja tauglich, und ist es, wenn man es aufnimmt, untauglich, so ist ja R. A͑qiba der Ansicht, wenn das Blut tauglich war und untauglich geworden ist, benötige es des Waschens.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.