Sota — Blatt 12a
1Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt:der Qenizite. Schließe hieraus.
2A͑zuba, das ist Mirjam, und sie wird deshalb A͑zuba genannt, weil sie anfangs von allen verlassen [a͑zbuha]war. Zeugte; er hatte sie ja geheiratet!? R. Joḥanan erwiderte: Wer eine Frau im Namen Gottesnimmt, dem rechnet es die Schrift an, als hätte er sie gezeugt.
3Jerio͑th, ihr Gesicht glich den Vorhängen [Jerio͑th].
4Das sind deren Söhne; man lese nicht baneha [Söhne], sondern boneha [Erbauer]. Ješer, er richtete sich gerade [jišer]. Šobebh, er brach [šibeb] seinen Trieb. Ardon, er überwand [rada] seinen Trieb. Manche erklären: Ihr Gesicht glich einer Rose [vered].
5Ašḥur, der Vater Teqoa͑s, hatte zwei Frauen, Ḥelá und Naa͑ra. Ašḥur, das ist Kaleb, und er wird deshalb Ašḥur genannt, weil sein Gesicht durch Fastenschwarz [hušḥaru] geworden war. Der Vater, er war ihr ein Vater geworden. Teqoa͑, sein Herz preßte sich [taqa͑] an seinen Vater im Himmel.
6Hatte zwei Frauen, Mirjam war wie zwei Frauengeworden. Ḥelá und Naa͑ra, sie war nicht Ḥelá und Naa͑ra, sondern zuerst Ḥelá [kränkelnd] und nachher Naa͑ra [jugendlich].
7Und die Söhne Ḥelás waren Çereth, Çohar und Ethnan. Çereth, sie war die Rivalin [çara] ihrer Genossinnengeworden. Çohar, ihr Gesicht glich dem Mittage [çaharajim]. Ethnan, wer sie sah, brachte seiner Frau ein Geschenk [ethnan].
8Der Pareo͑ befahl seinem ganzen Volke. R. Jose b. Ḥanina sagte: Auch über sein Volk verhängte er dies. Ferner sagte R. Jose b. R. Ḥanina: Drei Befehle erließ er. Zuerst: wenn es ein Knabe ist, so sollt ihr ihn töten; hierauf: jeden neugeborenen Sohn sollt ihr in den Fluß werfen; und zuletzt verhängte er dies auch über sein Volk.
9Da ging ein Mann aus dem Stamme Levi. Wohin ging er? R. Jehuda b. Zebina erwiderte: Er ging nach dem Rate seiner Tochter.
10Es wird gelehrt: A͑mram war der Bedeutendste seines Zeitalters, und als der ruchlose Pareo͑ befohlen hatte, jeden Knaben, der geboren wird, in den Fluß zu werfen, sprach er: Wir mühen uns nun vergeblich ab. Da stand er auf und schied sich von seiner Frau. Hierauf standen alle auf und schieden sich von ihren Frauen.
11Da sprach seine Tochter zu ihm: Vater, dein Befehl ist schlimmer als der des Pareo͑. Der Pareo͑ erließ ihn nur über Knaben, du aber über Knaben und Mädchen. Der Pareo͑ erließ es nur für diese Welt, du aber für diese und für die zukünftige Welt.
12Der Pareo͑ ist gottlos, und es ist zweifelhaft, ob sein Befehl befolgt wird oder nicht, du aber bist ein Frommer, und dein Befehl wird sicher befolgt, denn es heißt:wenn du aussprichst, so wird es vollbracht. Da stand er auf und nahm seine Frau wieder. Hierauf standen alle auf und nahmen ihre Frauen wieder.
13Er nahm. Es sollte ja heißen: er nahm wieder!? R. Jehuda b. Zebina erwiderte: Er behandelte sie wie bei der [erstmaligen] Heirat; er setzte sie in eine Sänfte, während Ahron und Mirjam vor ihr tanzten, und die Dienstengel sprachen:die Mutter der Kinder freut sich.
14Die Tochter Levis. Wieso nennt er sie, wo sie bereits hundertdreißig Jahre alt war, noch ‘Tochter’!? R. Ḥama b. Ḥanina sagte nämlich, es war Jokhebed, die unterwegskonzipiert und zwischen den Mauern geboren wurde, denn es heißt:die Levi in Miçrajim geboren ward;
15nur ihre Geburt war in Miçrajim erfolgt, nicht aber ihre Konzeption. R. Jehuda erwiderte: Es stellten sich bei ihr Merkmale der Jugend ein.
16Die Frau ward schwanger und gebar einen Sohn. Sie war ja bereits drei Monate vorherschwanger!? R. Jehuda b. Zebina erwiderte: Er vergleicht ihre Geburt mit ihrer Schwängerung; wie die Schwängerung schmerzlos war, ebenso die Geburt schmerzlos. Hieraus, daß die frommen Frauen in der Besiegelung der Ḥavanicht einbegriffen waren.
17Und sie sah, daß er gut war. Es wird gelehrt: R. Meír erklärte: Sein Name war Ṭob [gut]. R. Jehuda erklärte: Sein Name war Ṭobija [Gottesgüte]. R. Neḥemja erklärte: Er war für die Prophetie würdig. Manche erklären: Er wurde beschnittengeboren. Die Weisen erklären: Als Moše geboren wurde, füllte sich das ganze Haus mit Licht, denn hierbei heißt es: und sie sah, daß er gut war, und dortheißt es: und Gott sah das Licht, daß es gut war.
18Sie verbarg ihn drei Monate. Die Miçrijim zählten seit der Zeit, wo er sie wiedernahm, während sie bereits drei Monate mit ihm schwanger war.
19Sie konnte ihn aber nicht länger verbergen. Weshalb denn, sie hätte ihn noch weiter verbergen sollen!? — Wenn die Miçrijim erfahren hatten, daß irgendwo ein Kind geboren wurde, brachten sie da Kinder hin, damit jenes sie höre und mit ihnen schreie. [Hierauf deutet] der Schriftvers: fangt uns Füchse, kleine Füchse &c.
20Da nahm sie eine Kiste aus Rohr. Weshalb aus Rohr? R. Elea͑zar erwiderte: Hieraus, daß den Frommen ihr Geld lieber ist als ihr Körper. — Weshalb dies? — Weil sie ihre Hände nicht nach Raub ausstrecken.
21R. Šemuél b. Naḥmani erwiderte: Etwas Weiches, das sowohl Weichem als auch Hartem widerstehen kann.
22Und sie verstrich sie mit Lehm und mit Pech. Es wird gelehrt: Innen Lehm und außen Pech, damit dieser Fromme nicht Übles rieche.
23Sie tat darin das Kind und setzte sie ins Schilf. R. Elea͑zar erklärte: Ins Schilfmeer. R. Šemuél b. Naḥmani erklärte:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.