Sota — Blatt 15a

1Räuchert er ihn denn im Dienstgefäße auf!? — Lies vielmehr: er bringt ihn in einem Dienstgefäße hinauf, um ihn aufzuräuchern.

2«Salzt er [die Handvoll] und legt sie auf das Feuer.» Denn es heißt: und all deine Speisopfer sollst du mit Salz salzen &c.

3«Ist die Handvoll dargebracht worden, so darf das Zurückbleibende gegessen werden.» Woher dies? — Es heißt:der Priester lasse den Erinnerungsteil aufräuchern &c. und ferner: und was vom Speisopfer zurückbleibt, gehört Ahron und seinen Söhnen.

4«Ist die Handvoll dargebracht worden.» Nach dem einen, nach seiner Ansicht, und nach dem anderen nach seiner Ansicht Es wurde nämlich gelehrt: Von wann ab macht die Hand voll das Zurückbleibende zum Essen erlaubt? R. Ḥanina sagt, sobald das Feuer sie erfaßt hat, R. Joḥanan sagt, sobald das Feuer die größere Hälfte angebrannt hat.

5«Die Priester dürfen darin Wein, Öl und Honig hineintun.» Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt:zum Salben, zur Würde; wie die Königeessen.

6«Nur säuern dürfen sie es nicht.» Denn es heißt:es darf nicht gesäuert gebacken werden, als ihren Anteil &c. und R. Šimo͑n b. Laqiš erklärte, auch ihr Anteil dürfe nicht gesäuert gebacken werden.

7ALLE SPEISOPFER &C. Benötigen denn alle Speisopfer des Öls und des Weihrauchs, es gibt ja das Sünderspeisopfer, von dem der Allbarmherzige sagt:nicht soll er Öl darauf tun noch Weihrauch dazu geben!? —

8Er meint es wie folgt: alle Speisopfer benötigen des Öls und des Weihrauches, und sind aus Weizen und Feinmehl darzubringen; das Sünderspeisopfer benötigt zwar des Öls und des Weihrauchs nicht, jedoch wird es aus Weizen und Feinmehl dargebracht, das Speisopfer der Schwingegarbe wird zwar aus Gerste dargebracht, jedoch benötigt es des Öls und des Weihrauchs, auch wird es aus feinem Mehl dargebracht: dieses aber benötigt nicht des Öls und des Weihrauchs, auch wird es aus Gerste und aus Grobmehl dargebracht.

9Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Eigentlich sollte das Sünderspeisopfer des Öls und des Weihrauchs benötigen, damit der Sünder nichtgewinne, nur benötigt es dieser deshalb nicht, damit sein Opfer nicht üppig sei.

10Ferner sollte eigentlich das Talgsündopferdes Trankopfers benötigen, damit der Sünder nicht gewinne, nur benötigt es dessen deshalb nicht, damit sein Opfer nicht üppig sei.

11Das Sündopfer des Aussätzigen aber und dessen Schuldopfer benötigen wohl des Trankopfers, weil sie nicht wegen einer Sünde dargebracht werden. — Dem ist ja aber nicht so, R. Šemuél b. Naḥmani sagte ja im Namen R. Jonathans, daß wegen sieben Dingen&c. der Aussatz komme!? — Die Sühne erfolgt durch den Aussatz, und das Opfer bringt er nur deshalb dar, damit ihm Heiliges erlaubt sei. —

12Demnach sollte doch das Sündopfer eines Nazirs des Trankopfers benötigen, da es nicht wegen einer Sünde dargebracht wird!? — Er ist der Ansicht des R. Elea͑zar ha Qappar, welcher sagt, der Nazir sei ebenfalls ein Sünder.

13R. GAMLIÉL SAGTE: WIE &C. Es wird gelehrt: R. Gamliél sprach zu den Weisen: Gelehrte, laßt mich, ich will es wie eine Perleauslegen.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.