Sota — Blatt 15b
1Er hörte R. Meír folgendes sagen: Sie gab ihm alle Leckereien der Welt zu essen, daher soll ihr Opfer aus Viehfutter bestehen. Da sprach er zu ihm: Allerdings eine Reiche, wie ist es aber hinsichtlich einer Armen zu erklären!? Vielmehr, wie ihr Betragen dem eines Viehs gleicht, ebenso besteht auch ihr Opfer aus Viehfutter.
2ER HOLT EINEN IRDENEN BECHER UND SCHÜTTET DARIN EIN HALBES LOG WASSER AUS DEM WASCHBECKEN; R. JEHUDA SAGT, EIN VIERTEL[LOG]. WIE ER HINSICHTLICH DES SCHRIFTSTÜCKES VERMINDERNDIST, SO IST ER VERMINDERND AUCH HINSICHTLICH DES WASSERS.
3HIERAUF TRITT ER IN DEN TEMPEL UND WENDET SICH NACH RECHTS; DA IST EINE EINE ELLE ZU EINER ELLE GROSSE STELLE, AUF DER EINE MARMORPLATTE SICH BEFINDET, IN DIE EIN RING EINGELASSEN IST. DIESE HEBT ER HOCH, NIMMT ETWAS ERDE HERAUS UND TUT SOVIEL HINEIN, DASS SIE AUF DEM WASSER ZU SEHEN IST, WIE ES HEISST:der Priester nehme von der Erde, die sich am Fußboden des Zeltes befindet, und tue es in das Wasser.
4GEMARA. Es wird gelehrt: Einen neuen irdenen Becher—so R. Jišma͑él. Was ist der Grund R. Jišma͑éls? — Er folgert es aus [dem Worte] Gefäß, das auch beim Aussätzigen gebraucht wird; wie da ein neues irdenes Gefäß, ebenso auch hierbei ein neues irdenes Gefäß. —
5Woher dies von jenem? — Es heißt:und er schlachte den einen Vogel in ein irdenes Gefäß über lebendigem Wasser; wie das lebendige Wasser nicht zur Arbeit verwandt worden ist, ebenso auch ein Gefäß, das nicht zur Arbeit verwandt worden ist —
6Demnach sollte doch, wie da lebendiges Wasser erforderlich ist, auch hierbei lebendiges Wasser erforderlich sein!? —
7Nach R. Jišma͑él ist dem auch so, denn R. Johanan sagte: Das Wasser im Waschbecken war, wie R. Jišma͑él sagt, Quellwasser, und wie die Weisen sagen, gewöhnliches Wasser. —
8Es ist ja aber zu erwidern: wohl gilt dies von einem Aussätzigen, da bei diesem auch Zedernholz, Ysop und Karmesinwolleerforderlich sind!?
9Raba erwiderte: Die Schrift sagt: in ein irdenes Gefäß, ein Gefäß, von dem ich dir bereits gesagt habe.
10Raba sagte: Diesgilt nur von dem Falle, wenn sein Aussehen nicht geschwärzt ist, wenn aber sein Aussehen geschwärzt ist, so ist es untauglich. — Aus welchem Grunde? — Gleich dem Wasser; wie [das Aussehen] des Wassers unverändert sein muß, ebenso muß auch das des Gefäßes unverändert sein.
11Folgendes aber fragte Raba: Wie ist es, wenn es geschwärzt war und man es in einen Schmelzofen getan und es wieder weiß geworden ist: bleibt es, da es einmal untauglich war, untauglich, oder aber ist es wieder [tauglich]!? —
12Komm und höre: R. Elea͑zar sagte: Wenn man mit dem Zedernholz, dem Ysop und der Karmesinwolle einen Korb über den Rücken gehängt hat, so sind sie untauglich.
13Diese werden ja wiederum glatt. — Wenn etwas abgeschlossen ist.
14HIERAUF TRITT ER IN DEN TEMPEL UND WENDET SICH NACH RECHTS &C. Aus welchem Grunde? — Der Meister sagte, alle Wendungen, die zu machen sind, haben nur nach rechts zu erfolgen.
15DA IST EINE EINE ELLE &C. STELLE. Die Rabbanan lehrten: Von der Erde, die sich befindet; man könnte glauben, er besorge sie außerhalb und bringe sie hinein,
16so heißt es: am Fußboden des Zeltes. Wenn am Fußboden des Zeltes, so könnte man glauben, er grabe mit einer Axt, so heißt es: die sich befindet. Wie ist dies zu erklären? Ist da eine solche vorhanden, so hole man sie, ist keine vorhanden, so tue man hin.
17Ein Anderes lehrt: Von der Erde, die sich befindet &c. Dies lehrt, daß er sie außerhalb besorgte und hineinbrachte; am Fußboden des Zeltes.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.