Sota — Blatt 24b

1Wofür verwendet R. Jošija [die Worte] unter ihrem Manne? – Diese sind dazu nötig, den Mann mit der Frau und die Frau mit dem Manne zu vergleichen. –

2Nur aus dem Grunde, weil diese Schriftverse geschrieben sind, sonst aber würde man geglaubt haben, die Verlobte müsse trinken; aber als R. Aḥa b. Ḥanina aus dem Süden kam, brachte er ja folgende Lehre mit:Außer deinem Manne, nur wenn der Beischlaf des Ehemannes dem des Ehebrechers vorangegangen ist, nicht aber wenn der Beischlaf des Ehebrechers dem des Ehemannes vorangegangenist!? –

3Rami b. Ḥama erwiderte: In dem Falle, wenn er sie als Verlobter im Hause ihres Vaters beschlafen hat. –

4Dementsprechend bei der Anwärterin der Schwagerehe in dem Falle, wenn der Schwager sie im Hause ihres Schwiegervatersbeschlafen hat, und eine solche ist ja nicht mehr Anwärterin der Schwagerehe, sondern seine richtige Frau, denn Rabh sagte, sie gehöre ihmin jeder Hinsicht!? –

5Nach Šemuél, welcher sagt, sie gehöre ihmnur hinsichtlich der im Abschnitte genannten Dinge. –

6Demnach wäre Rabh der Ansicht R. Jošijas und Šemuél der Ansicht R. Jonathans? – Rabh kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Jonathan, denn wenn die Schrift sieauszuschließen für nötig findet, so ist sie wohl seine richtige Frau.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.