Sota — Blatt 29b
1der Verunreinigung an einem Kriechtiere am selben Tage Untergetauchten. [Entgegnet man:] wohl gilt dies vom wegen der Verunreinigung an einem Kriechtiere
2am selben Tage Untergetauchten, weil es bei dessen Art eine Urunreinheitgibt,
3so beweist das Tongefäß
4[das Entgegengesetzte] [Entgegnet man:] wohl gilt dies vom Tongefäße, weil es durch seinen Luftinhaltverunreinigt,
5so beweist der am selben Tage Untergetauchte [das Entgegengesetzte],
6Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie bei Profanem erlaubt sind und die Hebe untauglich machen,
7um so mehr macht das zweit[gradig unreine] Brot, das Profanes untauglich macht, die Hebe untauglich. Die kommende Generationaber erwidert, das Gemeinsame bei ihnen sei, daß sie eine erschwerende Seite haben.
8R. Johanan b. Zakkaj aber berücksichtigt die erschwerende Seite nicht.
9Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Woher, daß bei Heiligem das Viertgradige untauglich ist?
10Dies ist durch einen Schluß zu folgern: wenn der der SühneErmangelnde, dem die Hebe erlaubt ist, für das Heilige untauglich ist, um wieviel mehr macht das Drittgradige, das bei der Hebe untauglich ist, beim Heiligen viertgradig.
11Wir wissen dies hinsichtlich des Heiligen vom Drittgradigen aus der Tora und vom Viertgradigen [aus einem Schlusse] vom Leichteren auf das Schwerere.
12Vom Drittgradigen aus der Tora, denn es heißt:das Fleisch, das etwas Unreines berührt, darf nicht gegessen werden; dies gilt ja auch von dem Falle, wenn es Zweitgradiges berührt, und der Allbarmherzige sagt, daß es nicht gegessen werden dürfe. Vom Viertgradigen [aus einem Schlusse] vom Leichteren auf das Schwerere, wie wir bereits gesagt haben.
13R. Joḥanan sprach: Ich verstehe den Grund des Berabbinicht; die Widerlegung befindet sich ja daneben, denn die von einem am selben Tage Untergetauchten berührte Speise beweist [das Entgegengesetzte]: sie ist bei der Hebe untauglich und macht bei Heiligem nicht viertgradig. Es wird nämlich gelehrt:
14Abba Šaúl sagte: Der am selben Tage Untergetauchte gilt beim Heiligen als erstgradig unrein, indem er zweimal unreinund einmal untauglich macht.
15R. Meír sagt, er mache einmal unrein und einmal untauglich. Die Weisen sagen, wie er bei der Hebe Speisen und Getränke nur untauglichmacht, ebenso mache er beim Heiligen Speisen und Getränke nur untauglich.
16R. Papa wandte ein: Woher, daß R. Jose der Ansicht der Rabbanan ist, vielleicht ist er der Ansicht des Abba Šaúl, welcher sagt, er mache zweimal unrein und einmal untauglich!? –
17Wenn man sagen wollte, er sei der Ansicht des Abba Šaúl, so sollte er doch hinsichtlich des Viertgradigen beim Heiligen von der von einem am selben Tage Untergetauchten berührten Speise folgern: wenn die von einem am selben Tage Untergetauchten
18berührte Speise beim Heiligen viertgradig macht, wo doch dem am selben Tage Untergetauchten Profanes überhaupt erlaubtist, um wieviel mehr macht die von der
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.