Sota — Blatt 30a

1zweitgradigen berührte drittgradige Speise, wo doch die zweitgradige bei Profanem verbotenist, beim Heiligen viertgradig.

2Wolltest du erwidern, man könnte entgegnen: wohl gilt dies vom am selben Tage Untergetauchten, weil er eine Urunreinheit ist, so ist ja dasselbe auch hinsichtlich des der Sühne Ermangelnden, von dem er folgert, zu erwidern, und er erwiderte dies nicht.

3R. Asi sagte im Namen Rabhs, und wie manche sagen, Rabba b. Isi im Namen Rabhs: R. Meír, R. Jose, R. Jehošua͑, R. Elea͑zar und R. Elie͑zer sind alle der Ansicht, daß bei Profanem das Zweitgradige nicht mehr drittgradig mache.

4R. Meír, denn wir haben gelernt: Der nach den Schriftkundigen des Untertauchensbenötigt, macht Heiliges unrein und die Hebe untauglich, Profanes und der Zehnt sind ihm erlaubt – so R. Meír; die Weisen verbieten ihm den Zehnten.

5R. Jose lehrte das, was wir angeführthaben, denn sonstmüßte es noch Viertgradiges bei der Hebe und Fünftgradiges beim Heiligen geben.

6R. Jehošua͑, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer sagt, wenn jemand eine erstgradig [unreine] Speise gegessen hat, sei er erstgradig, wenn eine zweitgradige, zweitgradig, und wenn eine drittgradige, drittgradig [unrein]. R. Jehošua͑ sagt, wer eine erstgradige oder eine zweitgradige Speise gegessen hat, sei zweitgradig, und wenn eine drittgradige, zweitgradig [unrein] hinsichtlich des Heiligen, nicht aber zweitgradig hinsichtlich der Hebe,

7und zwarbei Profanem, das in Reinheit der Hebe zubereitet worden ist.

8Nur in Reinheit der Hebe, nicht aber in Reinheit des Geheiligten.

9Somit ist er der Ansicht, das Zweitgradige mache bei Profanem nicht drittgradig [unrein].

10R. Elea͑zar, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagt, sie seien alle drei gleich: das erstgradige beim Heiligen, beim Profanen und bei der Hebe;

11sie machen beim Heiligen zweimal unrein und einmal untauglich,

12bei der Hebe einmal unrein und einmal untauglich, und

13beim Profanen einmal untauglich.

14R. Elie͑zer, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer sagte: Die Teighebekann vom Reinen für das Unreine entrichtet werden. Wenn es zwei [Stücke] Teig sind, eines rein und eines unrein, so nehme man das erforderliche Quantum Teighebe von dem Stücke, von dem diese noch nicht genommen worden ist, lege aber ein [Stückchen Teig] unterEigröße in die Mitte, damit sie vom Zusammenliegenden genommen werde.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.