Sota — Blatt 30b
1Die Weisen verbieten dies.
2Ein Anderes lehrt: in Eigröße.
3Sie glaubten, beide Lehren handeln von erstgradig [unreinem] Teige, auch gleicht das Profane, von dem die Teighebe noch abzuheben ist, nicht der Teighebe,
4somit besteht ihr Streitwahrscheinlich in folgendem: nach der einen Ansicht macht bei Profanem das Zweitgradige nicht drittgradig,
5und nach der anderen Ansichtmacht bei Profanem das Zweitgradige wohl drittgradig.
6R. Mari, Sohn des Kahana, erwiderte: Alle sind der Ansicht, bei Profanem mache das Zweitgradige nicht drittgradig, und hierbei streiten sie über das Profane, von dem die Teighebe noch nicht entrichtet ist: nach der einen Ansicht gleicht es der Teighebe, und nach der anderen Ansicht gleicht es nicht der Teighebe.
7Wenn du willst, sage ich: alle sind der Ansicht, das Profane, von dem die Teighebe noch nicht entrichtet ist, gleiche nicht der Teighebe, ferner auch, daß bei Profanem das Zweitgradige nicht drittgradig mache, und hierbei streiten sie, ob man das Profane im Jisraéllande der Unreinheit aussetzen dürfe:
8einer ist der Ansicht, man dürfe das Profane im Jisraéllande der Unreinheit aussetzen, und einer ist der Ansicht, man dürfe das Profane im Jisraéllande nicht der Unreinheit aussetzen.
9AN JENEM TAGE TRUG R. A͑QIBA VOR &C.
10Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, das Šabbathgebietsei aus der Tora, und einer ist der Ansicht, es sei rabbanitisch.
11Die Rabbanan lehrten: An jenem Tage trug R. A͑qiba vor: Als die Jisraéliten aus dem Meere stiegen, wünschten sie einen Gesang anzustimmen. Wie trugen sie den Gesang vor? Wie ein Erwachsener das Loblied vorliest, während die anderendie Strophenanfängeeinwerfen. Moše sprach:ich will dem Herrn singen, und sie warfen ein: ich will dem Herrn singen. Moše sprach:denn sehr erhaben ist er, und sie warfen ein: ich will dem Herrn singen.
12R. Elie͑zer, Sohn R. Jose des Galiläers, sagte: Wie ein Minderjähriger das Loblied vorträgt, wobei die anderen alles nachsprechen, was er vorliest. Moše sprach: ich will dem Herrn singen, und sie sprachen nach: ich will dem Herrn singen. Moše sprach: denn sehr erhaben ist er, und sie sprachen nach: denn sehr erhaben ist er.
13R. Neḥemja sagte: Wie ein Schullehrerdas Šema͑ im Bethause vorträgt, wobei er zuerst beginnt und die anderen mitsprechen. –
14Worin besteht ihr Streit? – R. A͑qiba bezieht [das Wort]also auf das Vorangehende.
15R. Elie͑zer, Sohn R. Jose des Galiläers, bezieht [das Wort] also auf jeden Satz, und R. Neḥemja erklärt: sie sprachen, siesprachen gleichzeitig; also, Moše begann zuerst.
16Die Rabbanan lehrten: R. Jose der Galiläer trug vor: Als die Jisraéliten aus dem Meere stiegen, wünschten sie einen Gesang anzustimmen. Wie stimmten sie den Gesang an? Das Kind lag auf dem Schöße seiner Mutter und der Säugling hing an der Brust seiner Mutter; als sie aber die Göttlichkeit sahen, reckte das Kind den Hals und der Säugling ließ die Brustwarze aus dem Munde gleiten und sie sprachen:Das ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen. Denn es heißt:durch den Mund von Kindern and Säuglingen hast du dir Sieg gegründet.
17R. Meír sagte: Woher, daß sogar die Geburten im Mutterleibe einen Gesang anstimmten? Es heißt:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.