Sota — Blatt 34a

1ls die Füße der Priester ins Wasser traten, wich das Wasser zurück, wie es heißt:und wie die Träger der Lade bis zum Jarden kamen &c. und das von oben herabfließende Wasser blieb stehen, aufrecht stand es, wie ein Damm. Wieviel betrug die Höhe des Wassers? Zwölf Mil zu zwölf Mil, entsprechend dem Lager Jisraéls– so R. Jehuda.

2R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sprach zu ihm: Wer ist leichter, ein Mensch oder das Wasser? Doch wohl das Wasser, somitmüßte, nach deiner Ansicht, das Wasser gekommen sein und sie mitgerissen haben!?

3Dies lehrt vielmehr, daß das Wasser sich Schicht über Schicht ansammelte und mehr als dreihundert Mil in die Höhe stieg, so daß alle Könige des Ostens und des Westens es sahen, wie es heißt:und als es hörten alle Könige des Emori, westseits des Jarden, und alle Könige des Kena͑ani, die am Meere, daß der Herr vor den Kindern Jisraél das Wasser des Jarden ausgetrocknet hat, bis sie hinüber waren, da schmolz ihr Herz und es war kein Mut mehr in ihnen vor den Kindern Jisraél.

4Auch das Buhlweib Raḥabh sprach zu den Boten Jehošua͑s:denn wir hörten, daß der Herr das Wasser des Schilfmeeres vertrocknen ließ &c. Ferner heißt es:und wir hörten und unser Herz schmolz und es blieb nicht mehr &c.

5Als sie sich noch im Jarden befanden, sprach Jehošua͑ zu ihnen: Wisset, weshalb ihr den Jarden überschreitet: damit ihr die Bewohner des Landes vor euch austreibet, wie es heißt:ihr sollt alle Bewohner des Landes vor euch austreiben &c. Wenn ihr danach handelt, so ist es recht, wenn aber nicht, so wird das Wasser kommen und euch mitreißen. – Was heißt ‘euch’? – Mich und euch.

6Als sie sich noch im Jarden befanden, sprach Jehošua͑ zu ihnen: Jeder von euch nehme einen Stein auf die Schulter, entsprechend der Anzahl der Stämme Jisraél &c. Ferner heißt es:damit dieses ein Wahrzeichen unter euch sei, wenn eure Söhne künftig fragen und sprechen: was bedeuten diese Steine &c. Dies soll ein Denkmal für die Söhne sein, daß die Väter den Jarden überschritten haben.

7Als sie sich noch im Jarden befanden, sprach Jehošua͑ zu ihnen: Nehmet euch von hier, mitten aus dem Jarden, von da, wo die Füße der Priester festgestanden haben, zwölf Steine und führet sie mit euch hinüber und leget sie in dem Nachtlager nieder, wo ihr diese Nacht übernachten werdet &c. Man könnte glauben, in jedem Nachtlager, so heißt es: wo ihr diese Nacht übernachten werdet.

8R. Jehuda sagte: Abba Ḥalaphta, R. Elie͑zer b. Mathja und Ḥananja b. Ḥakhinaj standen an diesen Steinen und sie schätzten jeden auf ein Gewicht von vierzig Seá. Es ist überliefert, daß ein Mensch nur ein Drittel von dem, was er tragen kann, auf die Schulter heben kann,

9somit kannst du hiervon[das Gewicht] des Traubenkammesberechnen. Es heißt:sie trugen ihn zu zweien an einer Stange, und da schon aus den Worten an einer Stange zu entnehmen ist, daß sie ihn zu zweien trugen, so besagen die Worte zu zweien, daß sie ihn an zwei Stangentrugen,

10und R. Jiçḥaq erklärte: eine Trage auf einerTrage. Acht trugen die Rebe, einer trug einen Granatapfel und einer trug eine Feige. Jehošua͑ und Kaleb trugen nichts. Wenn du willst, sage ich: weil sie die geachtetsten waren, und wenn du willst, sage ich: weil sie an jenem Ratschlage nicht beteiligt waren.

11R. Ami und R. Jiçḥaq der Schmied [streiten]; einer sagt, nach R. Jehuda

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.