Sota — Blatt 35b
1wer hat dich geärgert, daß du so erbost warst, und wer ist es, der dich nun beruhigt hat?
2Er schlug vom Volke fünfzigtausendundsiebzig Mann. R. Abahu und R. Elea͑zar [streiten hierüber]; einer sagt, es waren siebzig Mann, und jeder einzelne wog fünfzigtausend auf, und einer sagt, es waren fünfzigtausend, und jeder einzelne wog die siebzig [Mitglieder des] Synedriums auf.
3Und als die Träger der Lade des Herrn sechs Schritte taten, schlachtete er einen Stier und ein Mastvieh, dagegen heißt es:sieben Farren und sieben Widder. R. Papa b. Šemuél erklärte: Auf jeden Schritt einen Stier und ein Mastvieh, und auf je sechs Schritte sieben Farren und sieben Widder.
4R. Ḥisda sprach zu ihm: Demnach hast du das ganze Jisraél-land mit Opferhöhen ausgefüllt!? Vielmehr, erklärte R. Ḥisda, auf je sechs Schritte einen Stier und ein Mastvieh, und auf je sechs Reihen von je sechs Schritten sieben Farren und sieben Widder.
5Es heißt Kidon und es heißt Nakhon? R. Joḥanan erwiderte: Zuerst Kidon und nachher Nakhon.
6Es ergibt sich also, daß es dreierlei Steine waren. Die einen stellte Moše im Lande Moáb auf, denn es heißt: jenseits des Jarden, im Lande Moáb, begann Moše zu erklären, und dortheißt es: und schreibe auf diese Steine alle Worte dieser Lehre [erklärlich] &c., und man folgere esaus [dem Ausdrucke] erklären.
7Die einen stellte Jehošua͑ in der Mitte des Jarden auf, wie es heißt:und zwölf Steine ließ Jehošua͑ in der Mitte des Jarden aufrichten. Und die einen stellte er in Gilgal auf, wie es heißt:und diese zwölf Steine, die sie nahmen &c.
8Die Rabbanan lehrten: Wie schrieben die Jisraéliten die Tora nieder? R. Jehuda sagte: Sie schrieben sie auf Steine, wie es heißt: und schreibe auf die Steine alle Worte dieser Lehre &c., und hierauf überstrichen sie diese mit Kalk.
9R. Šimo͑n sprach zu ihm: Wie konnten nach deiner Ansichtdie weltlichen Völker die Tora lernen!? Dieser erwiderte: Der Heilige, gepriesen sei er, verlieh ihnen außergewöhnlichen Verstand; sie sandten ihre Schreiber, und diese schälten den Kalk ab und übertrugen es. In jener Stunde ward ihr Urteil für die Unterwelt besiegelt, denn sie sollten sie lernen, und haben sie nicht gelernt.
10R. Šimo͑n sagte: Sie schrieben es auf den Kalk, und unten schrieben sie: damit sie euch nicht lehren, dies alles zu tun &c. Du lernsthieraus, daß, wenn sie sich bekehrt hätten, man sie aufgenommen haben würde.
11Raba b. Šila sagte: Folgendes ist der Grund R. Šimo͑ns: es heißt: und Völker werden zu Kalk verbrannt, wegen der Angelegenheit des Kalkes. –
12Und R. Jehuda!? – Gleich dem Kalke; wie es für den Kalk keine andere Zubereitung als das Brennen gibt, ebenso gibt es für die weltlichen Völker kein anderes Mittel als das Brennen.
13Es wird gelehrt:Und du von ihm Gefangene machst; dies schließt die Kenaa͑niter außerhalb des Landes ein, daß, wenn sie sich bekehren, man sie aufnehme.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.