Sota — Blatt 37a

1Da sprang der Stamm Binjamin heran und stieg zuerst ins Meer hinab, denn es heißt:da ist Binjamin, der jüngste, sie beherrschend, und man lese nicht rodem [sie beherrschend] sondern rad jam [der ins Meer stieg]. Die Fürsten Jehudas aber warfen nach ihnen mit Steinen, wie es heißt :die Fürsten Jehudas, ihre Steinigenden.

2Daher war es dem frommen Binjamin beschieden, ein Hauswirt der Allmachtzu werden, wie es heißt:und zwischen seinen Schultern ruhte er.

3R. Jehuda sprach zu ihm: Nicht so trug sich die Sache zu. Vielmehr sagte der eine, er wolle nicht zuerst ins Meer hinabsteigen, und der andere, er wolle nicht zuerst ins Meer hinabsteigen. Da sprang Naḥšon, Sohn des A͑minadab, heran und stieg zuerst ins Meer hinab, denn es heißt :mit Lüge umgeben hat mich Ephrajim und mit Falschheitdas Haus Jisraél, Jehuda aber steigt noch mit Gott hinab..

4Über ihn heißt es in den Propheten :hilf mir, Gott, denn das Wasser geht mir bis an die Seele, ich versinke im Schlamme der Tiefe und es gibt keinen Standort &c.Nicht reiße mich der Wasserstrom fort und nicht verschlinge mich die Tiefe &c.

5In jener Stunde verweilte Moše lange im Gebete, und der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu ihm: Meine Lieblinge ertrinken im Meere, und du verweilest vor mir lange im Gebete. Da sprach er vor ihm: Herr der Welt, was soll ich nun tun? Er erwiderte :Sprich zu den Kindern Jisraél, daß sie weiter ziehen; und du erhebe deinen Stab und strecke deine Hand aus &c.

6Daher war es Jehuda beschieden, Herrschaft in Jisraél zu erlangen, wie es heißt :Jehuda ward sein Heiligtum, Jisraél sein Herrschaftsbereich. Weshalb ward Jehuda sein Heiligtum, Jisraél sein Herrschaftsbereich? Weil :das Meer sah and floh.

7Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Man kann nicht sagen, daß Levi untenwar, da es obenheißt, und ebenso kann man nicht sagen, daß er oben war, da es unten heißt. Wie ist dies nun zu erklären?

8Die Ältesten der Priester und der Leviten befanden sich unten und alle übrigen oben. R. Jošija sagte: Wer für den Dienst geeignetwar, befand sich unten, und alle übrigen oben.

9Rabbi sagte: Diese und jenestanden unten; sie wandten das Gesicht gegen den Berg Gerizim und begannen mit den Segen, dann gegen den Berg E͑bal und begannen mit den Flüchen, denn unter aufist die Nähe zu verstehen.

10Es wird auch gelehrt:Und lege auf jede Schicht reinen Weihrauch. Rabbi sagte, unter auf sei die Nähe zu verstehen. Du sagst, unter auf sei die Nähe zu verstehen, vielleicht ist dem nicht so, sondern wörtlich auf? Es heißt:du sollst [den Vorhang] auf die Lade breiten, demnachist unter auf die Nähe zu verstehen.

11SIE WANDTEN DAS GESICHT GEGEN DEN BERG GERIZIM UND BEGANNEN MIT dem SEGEN: GESEGNET SEI &C. Die Rabbanan lehrten: Die Segen allgemeinund die Segen besonders, die Flüche allgemein und die Flüche besonders; ferner heißt es],zu lernen, zu lehren, zu beobachten und auszuüben,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.