Sota — Blatt 37b
1das sind [ebenfalls] vier; zweimal vier sind acht und zweimal achtsind sechzehn. Dasselbegeschah auch am Berge Sinaj und dasselbe auch in der Wüste von Moab, denn es heißt :das sind die Worte des Bündnisses, die der Herr Moše geboten hat &c., und ferner heißt es :ihr sollt die Worte dieses Bündnisses beobachten &c.Es ergeben sich somit achtundvierzig Bündnisse für jedes einzelne Gebot.
2R. Šimo͑n scheidet den Berg Gerizim und den Berg E͑bal ausund setzt statt dieser das Offenbarungszelt in der Wüste.
3Sie führen denselben Streit, wie die Autoren der folgenden Lehre: R. Jišma͑él sagte: Das Allgemeine wurde am Sinaj und die Einzelheiten im Offenbarungszelte angeordnet. R. A͑qiba sagte: Das Allgemeine und die Einzelheiten wurden am Sinaj angeordnet, im Offenbarungszelte wiederholt und in A͑rboth Moab verdreifacht.
4Du hast somit kein in der Tora geschriebenes Gebot, über das nicht achtundvierzig Bündnisse geschlossen worden wären.
5R. Šimo͑n b. Jehuda aus Kephar A͑kko sagte im Namen R. Šimo͑ns: Du hast kein in der Tora geschriebenes Gebot, über das nicht sechshundertdreitausendfünfhundertundfünfzig Mal achtundvierzig Bündnisse geschlossen wordenwären.
6Rabbi sprach: Nach der Ansicht des R. Šimo͑n b. Jehuda aus Kephar A͑kko im Namen R. Šimo͑ns gibt es kein Gebot in der Tora, über das nicht sechshundertdreitausendfünfhundertundfünfzig Mal achtundvierzig Bündnisse geschlossen worden wären; es ergibt sich somit, daß für jeden einzelnen Jisraéliten eine sechshundertdreitausendfünfhundertundfünfzigfache [Verpflichtung] besteht. –
7Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? R. Mešaršeja erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich der Bürgschaft für die Bürgschaft der anderen.
8R. Jehuda b. Naḥmani, der Dolmetsch des R. Šimo͑n b, Laqiš, trug vor: Dieser ganze Abschnittbezieht sich nur auf den Hurenden und die Hurende.
9[Es heißt:]verflucht sei der Mann, der ein geschnitztes oder gegossenes Götzenbild fertigt &c. Ist etwa hierfür ein Fluchausreichend!? Dies bezieht sich vielmehr auf den, der sich mit der Unzucht verbindet und einen Sohn zeugt, der unter die weltlichen Völker geht und Götzendienst treibt. Verflucht sind Vater und Mutter von diesem, die dies veranlaßt haben.
10Die Rabbanan lehrten :Du sollst den Segen erteilen auf dem Berge Gerizim und den Fluch &c. Was lehrt dies, wenn etwa, daß der Segen auf dem Berge Gerizim und der Fluch auf dem Berge E͑bal zu erteilen sei, so heißt es ja bereits:diese sollen dastehen auf dem Berge Gerizim, das Volk zu segnen, und ferner :und diese sollen dastehen auf dem Berge E͑bal, wegen des Fluches!? Vielmehr, daß der Segen dem Fluche vorangehe.
11Man könnte glauben, daß alle Segen den Flüchen vorangehen, so heißt es Segen und Fluch, ein Segen geht einem Fluche voran, nicht aber gehen alle Segen den Flüchen voran.
12Ferner auch, daß der Segen mit dem Fluche zu vergleichen sei. Dies besagt, wie der Fluchvon den Leviten gesprochen wurde, ebenso auch der Segen von den Leviten; wie der Fluch mit lauterStimme, ebenso auch der Segen mit lauter Stimme; wie der Fluch in der Heiligensprache, ebenso auch der Segen in der Heiligensprache; wie der Fluch allgemein und besonders, ebenso auch der Segen allgemein und besonders; und wie beim Fluche diese und jeneAmen antworteten, ebenso antworteten auch beim Segen diese und jene Amen.
13DER PRIESTERSEGEN WIRD IN DER PROVINZ IN DREI VERSENGESPROCHEN, IM TEMPEL ABER IN EINEM VERSE. IM TEMPEL SPRECHEN SIE DEN GOTTESNAMEN SO AUS,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.