Sota — Blatt 38b

1das Sprechen erfolgt durch die ihrigen. Die Halakha ist wie Abajje, nicht aber ist die Halakha wie R. Ḥisda.

2R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, nach dem Priestersegen verlangt? Es heißt :sie sollen meinen Namen auf die Kinder Jisraél legen, und ich werde sie segnen. Ferner sagte R. Jehošua͑ b, Levi: Ein Priester, der segnet, wird gesegnet, und der nicht segnet, wird nicht gesegnet, denn es heißt:ich werde segnen, die dich segnen.

3Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Ein Priester, der nicht auf die Estradesteigt, übertritt drei Gebote: so sollt ihr segnen, sprich zu ihnen, und: sie sollen meinen Namen legen.

4Rabh sagte: Es ist auch zu berücksichtigen, er ist vielleicht der Sohn einer Geschiedenenoder einer Ḥaluça.

5Sie streiten aber nicht; einer spricht von dem Falle, wenn er zuweilen auf diese steigt, und einer spricht von dem Falle, wenn er niemals auf diese steigt.

6Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Wenn ein Priester nicht [beim Segen vom] Tempeldienstehinaufgestiegen ist, so steige er nicht mehr hinauf, denn es heißt :und Ahron erhob seine Hände gegen das Volk und segnete es, und kam herab nach der Herrichtung des Sündopfers, des Brandopfers und des Heilsopfers; wie es da beim Tempeldienste erfolgt ist, ebenso auch sonst beim Tempeldienste. –

7Dem ist ja aber nicht so, R. Ami und R. Asi stiegen ja hinauf!? – R. Ami und R. Asi hatten schon vorher die Füße in Bewegung gesetzt, nur gingen sie nicht hinauf. So lehrte auch R. Oša͑ja: Dies gilt nur von dem Falle, wenn er die Füße noch nicht in Bewegung gesetzt hat, wenn er aber die Füße in Bewegung gesetzt hat, so gehe er hinauf.

8Ferner wird auch gelehrt, daß, wenn erdessen sicher ist, er werde die Hände erhebenund das Gebet fortsetzen können, er dies dürfe, und auf unseren Einwand, er verläßt ja seinen Platznicht, [wurde erklärt,] er bewege sich ein wenig; ebenso auch hierbei, wenn er sich ein wenig bewegt hat.

9Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Man reiche den Becher, über den der Tischsegen gesprochen wird, nur einem Menschen wohlwollenden Auges, denn es heißt:wer wohlwollenden Auges ist, wird gesegnet, denn von seinem Brote gibt er dem Armen, und man lese nicht wird gesegnet, sondern segnet.

10Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Woher, daß sogar die Vögel Menschen mißgönnenden Auges erkennen? Es heißt:denn umsonst wird das Netz ausgespannt vor den Augen aller Beschwingten.

11Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Wer von einem Menschen mißgönnenden Auges genießt, übertritt ein Verbot, denn es heißt:iß nicht das Brot eines Menschen mißgönnenden Auges &c., denn wie einer, der etwas erwägt, wo es ums Leben geht, so ist er; iß und trink! spricht er zu dir &c. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Er übertritt zwei Verbote: iß nicht undgelüste nicht.

12Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Das genickbrochene Kalb wird nur wegen der Leute mißgönnenden Auges dargebracht,

13denn es heißt:sie sollen anheben und sprechen: Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen. Könnte es uns denn in den Sinn kommen, daß die Ältesten des Gerichtes Blut vergießen!? Vielmehr: nicht ist er an uns herangetreten und haben wir ihn abgewiesen, nicht haben wir ihn gesehen und gelassen. Nicht ist er an uns herangetreten und haben wir ihn abgewiesen, ohne Nahrung; nicht haben wir ihn gesehen und gelassen, ohne Geleit.

14Ada sagte im Namen des R. Šimlaj: Wenn im Bethause nur Priester vorhanden sind, so steigen alle auf die Estrade. – Wen segnen sie? R. Zera erwiderte: Ihre Brüder auf den Feldern. –

15Dem ist ja aber nicht so, Abba, Sohn des R. Minjamin b. Ḥija, lehrte ja, daß die Leute hinter den Priestern im Segen nicht einbegriffenseien!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn sie verhindert sind, das andere, wenn sie nicht verhindertsind. –

16R. Šimi aus der Burg Šiḥore lehrte ja aber, daß, wenn im Bethause nur Priester anwesend sind, ein Teil auf [die Estrade] steige und ein Teil Amen antworte!? –

17Das ist kein Einwand; das eine, wenn zehn zurückbleiben, das andere, wenn keine zehn zurückbleiben.

18Der Text. Abba, Sohn des R. Minjamin b. Ḥija, lehrte: Das Volk hinter den Priestern ist im Segen nicht einbegriffen.

19Selbstverständlich bilden die Großen vor den Kleinenkeine Trennung, ebenso bildet die Lade keine Trennung; wie verhält es sich aber mit einer Scheidewand? – Komm und höre: R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Selbst eine eiserne Scheidewand trennt nicht zwischen Jisraél und seinem Vater im Himmel.

20Sie fragten: Wie verhält es sich mit den seitwärts Stehenden!? Abba Mar b. R. Aši erwiderte: Komm und höre, wir haben gelernt: Wenn er vombesprengen wollte

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.