Sota — Blatt 39b

1was du uns versprochen hast.Blicke herab von deiner heiligen Wohnung, vom Himmel &c.

2R. Ḥisda sagte: Die Priester dürfen die Fingergelenkeerst dann biegen, wenn sie das Gesicht vom Publikum abgewandt haben. R. Zera sagte im Namen R. Ḥisdas: Der Vorbeter darf nicht eher ‘Priester’ rufen, als bis die Gemeinde das Amenbeendet hat;

3die Priester dürfen nicht eher den Segen beginnen, als bis der Vorbeter das Wort [Priester] beendet hat; die Gemeinde darf nicht eher das Amen sprechen, als bis die Priester den Segen beendet haben; endlich dürfen die Priester nicht eher einen anderen Segen beginnen, als bis die Gemeinde das Amenbeendet hat.

4Ferner sagte R. Zera im Namen R. Ḥisdas: Die Priester dürfen nicht eher das Gesicht von der Gemeinde abwenden, als bis der Vorbeter den Segen ‘Setze Frieden’begonnen hat; ferner dürfen sie ihre Füße nicht eher in Bewegung setzen und fortgehen, als bis der Vorbeter den Segen ‘Setze Frieden’ beendet hat.

5Ferner sagte R. Zera im Namen R. Ḥisdas: Die Gemeinde darf nicht eher das Amensprechen, als bis der Vorlesende den Segen beendet hat; der Vorlesende darf nicht eher mit dem Vorlesen aus der Schrift beginnen, als bis die Gemeinde das Amen beendet hat; der Übertragende darf nicht eher mit der Übertragung beginnen, als bis der Vorlesende den Vers beendet hat; endlich darf der Vorlesende nicht eher einen neuen Schriftvers beginnen, als bis der Übertragende die Übertragung beendet hat.

6R. Tanḥum sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Wer die Haphṭara aus dem Prophetenbuche vorliest, muß vorher auch aus dem Torabuche vorlesen. Ferner sagte R. Tanḥum im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Der Vorlesende der Haphṭara darf nicht eher mit der Haphṭara aus dem Prophetenbuche beginnen, als bis die Torarolle zusammengerollt ist.

7Ferner sagte R. Tanḥum im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Der Vorbeter darf die Lade nicht in Gegenwart der Gemeinde entblößen, aus Achtung vor der Gemeinde.

8Ferner sagte R. Tanḥum im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Gemeinde darf nicht eher fortgehen, als bis die Torarolle fortgenommen und auf ihren Platz gelegt worden ist. Šemuél aber sagt, erst wenn erhinausgegangen ist.

9Sie streiten aber nicht; das eine, wenn noch eine andere Tür vorhanden ist, das andere, wenn eine andere Tür nicht vorhanden ist. Raba sagte: Bar Ahina erklärte mir [den Grund; es heißt:]nach dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr gehen.

10Was spricht das Volk, während die Priester es segnen? R. Zera erwiderte im Namen R. Ḥisdas :Preiset den Herrn, ihr, seine Engel, Helden der Kraft &c. Preiset den Herrn, ihr, all sein Heer, seine Diener, Vollzieher seines Willens. Preiset den Herrn, alle seine Werke, in allen Orten seiner Herrschaft. Preise, meine Seele, den Herrn. –

11Was spricht es beim Zusatzgebete am Šabbath? R. Asi erwiderte:Ein Stufenlied. Auf, preiset den Herrn, alle Diener des Herrn &c. Erhebet eure Hände zum Heiligtume und preiset den Herrn.Gepriesen sei der Herr von Çijon aus, der in Jerušalem wohnt. Preiset den Herrn.

12Sollte es doch sprechen [den Vers:]es segne dich der Herr von Çijon aus, der sich im selben Psalmbefindet!? R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n b. Pazi, erwiderte: Da mit den Preisungen des Heiligen, gepriesen sei er, begonnen wird, so ist mit diesem auch zu schließen. –

13Was spricht es beim Vespergebete eines Fasttages? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte:Wenn unsere Sünden wider uns zeugen, o Herr, so handle um deines Namens willen. Hoffnung Jisraéls, sein Retter in der Zeit der Not, warum bist du wie ein Fremdling im Lande &c. Warum bist du wie ein bestürzterMann, wie ein Held, der nicht zu helfen vermag &c. –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.