Sukka — Blatt 13b
1Sage vielmehr: wenn es von vornherein einen hat, wie es als Rest [tauglich ist].
2Meremar trug vor: Die Rohrbündel von Sura dürfen als Hüttenbedachung verwendet werden, obgleich sie zusammengebunden sind, denn sie sind nur der Zählung wegen zusammengebunden.
3R. Abba sagte: Die Weidenzelte sind, wenn man die Knotenenden gelöst hat, tauglich. – Sie sind ja aber unten zusammengebunden!? R. Papa erwiderte: Wenn man sie gelöst hat.
4R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Du kannst sogar sagen, auch wenn man sie nicht gelöst hat, denn das Zusammenbinden, das nicht zum Umhertragen erfolgt, gilt nicht als Zusammenbinden.
5R. Abba sagte im Namen Šemuéls: Die Kräuter, von denen die Weisen gesagt haben, man genüge mit ihnen seiner Pflicht am Pesaḥfeste, übertragen die Unreinheit, bilden keine Scheidewand vor der Unreinheit und machen als Lücke die Festhütte unbrauchbar. Aus welchem Gründe? – Da sie, wenn sie verdorren, abbröckeln und zerfallen, so gelten sie als nicht vorhanden.
6Ferner sagte R. Abba im Namen R. Honas: Winzert man für die Kelter, so gibt es keine Stiele.
7R. Menasja b. Gada sagte im Namen R. Honas: Mäht man zur Bedachung, so gibt es keine Stiele.
8Nach dem, der dies vom Mähen lehrt, gilt dies umsomehr vom Winzern. da [die Stengel] unerwünscht sind, damit sie den Wein nicht aufsaugen; nach dem es aber beim Winzern keine Stiele gibt, gibt es beim Mähen wohl Stiele, weil [die Ähren] erwünscht sind, damit [die Halme] nicht auseinanderfallen.
9Es ist anzunehmen, daß über die Lehre des R. Menas ja b. Gada Tannaím [streiten]. Es wird nämlich gelehrt, Feigenzweige, an denen Feigen, Traubenbüschel, an denen Trauben, Halme, an denen Ähren, und Dattelzweige, an denen Datteln sind, sind sämtlich, wenn der Abfall mehr als das Eßbare ist [als Hüttenbedachung] brauchbar, wenn aber nicht, unbrauchbar. Andere sagen, der Halme müssen mehr sein als des Eßbaren mit den Stielen zusammen.
10Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, hierbei gebe es Stiele, und einer ist der Ansicht, hierbei gebe es keine Stiele.
11Nach R. Abba streiten Tannaím hierüber bestimmt, aber ist auch nach Rabbi Menas ja b. Gada anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten? – R. Menasja b. Gada kann dir erwidern: wenn man zur Hüttenbedachung mähet, stimmen alle überein, daß es hierbei keine Stiele gebe, hier aber handelt es sich um den Fall, wo man sie zum Essen gemähet und sich nachher überlegt hat, sie zur Hüttenbedachung zu verwenden. –
12Was ist, wenn man sie zum Essen gemähet hat, der Grund der Rabbanan!? Wolltest du erwidern, die Rabbanan seien der Ansicht, durch die Überlegung, sie als Hüttenbedachung zu verwenden, werde sein Beschluß aufgehoben, so wird ja dadurch der Beschluß nicht aufgehoben, denn wir haben gelernt: Alle Geräte
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.