Sukka — Blatt 14a
1werden durch die bloße Bestimmung verunreinigungsfähig, von ihrer Verunreinigungsfähigkeit enthoben aber nur durch eine tätliche Änderung. Die Tätigkeit hebt die [frühere] Tätigkeit und die Bestimmung auf, die Bestimmung aber hebt weder die Tätigkeit noch die Bestimmung auf.
2Wolltest du erwidern, dies gelte nur von Geräten, die von Bedeutung sind, bei den Stielen aber, die nur zum Gebrauche beim Essen dienen, erfolge [die Verunreinigungsfähigkeit] durch die Bestimmung und schwinde durch die Bestimmung, so haben wir ja gelernt: alle Stiele von Früchten, die man auf der Tenne gedroschen hat, sind rein, nach R. Jose aber verunreinigungsfähig.
3Allerdings stimmt dies nach demjenigen, welcher sagt, ‘gedroschen’ heiße: die Bündel gelöst, wie ist es aber nach dem zu erklären, welcher sagt, ‘gedroschen’ heiße wirklich gedroschen!? –
4Da ebenfalls in dem Falle man sie gedroschen hat. – Was ist demnach der Grund der Anderen!? – Sie sind der Ansicht R. Joses, denn wir haben gelernt: nach R. Jose aber verunreinigungsfähig. –
5Was soll dies: allerdings ist da der Grund R. Joses, weil sie eine Verwendung haben, nach R. Šimo͑n b. Laqiš, denn R. Šimo͑n b. Laqiš sagte, man könne dadurch [das Getreide] mit der Forke wenden,
6welche Verwendung aber haben sie hierbei!? – Sie sind verwendbar, indem man, wenn man [die Bedachung] niederreißt, die Strohhalme anfassen kann.
7Der Text. Alle Stiele von Früchten, die man in der Tenne gedroschen hat, sind nicht verunreinigungsfähig, nach R. Jose aber verunreinigungsfähig. – Was heißt ‘gedroschen’? – R. Joḥanan erklärt, wirklich gedroschen, und R. Elie͑zer erklärt, die Bündel gelöst. –
8Erklärlich ist es nach R. Elie͑zer, welcher erklärt, die Bündel gelöst, daß sie nach R. Jose verunreinigungsfähig sind, was aber ist der Grund R. Joses, nach R. Joḥanan, welcher erklärt, wirklich gedroschen!? – R. Šimo͑n erwiderte: Weil man dadurch [das Getreide] mit der Forke wenden kann.
9R. Elie͑zer sagte: Weshalb wird das Gebet der Frommen mit deiner Forke verglichen? Um dir zu sagen: wie die Forke das Getreide auf der Tenne von Ort zu Ort wendet, so wendet auch das Gebet der Frommen die Stimmung des Heiligen, gepriesen sei er, aus der Stimmung der Unbarmherzigkeit in die Stimmung der Barmherzigkeit.
10MAN DARF DIE [FESTHÜTTE] MIT BRETTERN ÜBERDACHEN – SO R. JEHUDA; R. MEÍR VERBIETET DIES. HAT MAN DARÜBER EIN VIER HANDBREITEN BREITES BRETT GELEGT, SO IST SIE BRAUCHBAR, NUR DARF MAN UNTER DIESEM NICHT SCHLAFEN.
11GEMARA. Rabh sagte: Der Streit besteht nur über Bretter, die vier [Handbreiten] haben, denn R. Meír berücksichtigt bei solchen eine richtige Decke, und R. Jehuda berücksichtigt die Decke nicht; bei Brettern aber, die keine vier [Handbreiten] haben, stimmen alle überein, daß sie brauchbar ist. Šemuél sagte: Der Streit besteht über solche, die keine vier [Handbreiten] haben, wenn sie aber vier [Handbreiten] haben, so stimmen alle überein, daß sie unbrauchbar ist. –
12‘Wenn sie keine vier [Handbreiten] haben’, auch weniger als drei, und solche, sind ja nur Stäbe!?
13R.Papa erklärte: Er meint es wie folgt: haben sie vier [Handbreiten], so ist sie nach aller Ansicht unbrauchbar, haben sie keine drei, so ist sie nach aller Ansicht brauchbar, weil solche nur Stäbe sind, ihr Streit besteht über solche, die zwischen drei und vier haben ; einer ist der Ansicht, bei solchen sei nichts zu berücksichtigen, da sie nicht [die Breite] eines besonderen Raumes haben, und einer ist der Ansicht, bei solchen sei wohl zu berücksichtigen, da sie breiter sind als der Verbindungsabstand. –
14Wir haben gelernt: Hat man darüber ein vier Handbreiten breites Brett gelegt, so ist sie brauchbar, nur darf man unter diesem nicht schlafen. Erklärlich ist es, daß man darunter nicht schlafen darf, nach Šemuél, welcher sagt, der Streit bestehe über den Fall, wenn sie keine vier haben, wenn sie aber vier haben, alle übereinstimmen, daß sie unbrauchbar ist; weshalb aber darf man nach R. Jehuda unter diesem nicht schlafen, nach Rabh, welcher sagt, der Streit bestehe über den Fall, wenn sie vier haben, wenn sie aber keine vier haben, alle, übereinstimmen, daß sie brauchbar ist!? –
15Du glaubst wohl, daß dies nach aller Ansicht gilt, der Schlußsatz ist nach R. Meír. –
16Komm und höre: Zwei Tücher werden vereinigt,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.