Sukka — Blatt 24b
1ist ja diese durch Menschenhände gemacht.
2Der Meister sagte: Im Namen R. Jose des Galiläers sagten sie, man dürfe auf ein solches auch keine Scheidebriefe schreiben. Was ist der Grund R. Jose des Galiläers? – Es wird gelehrt: Brief, ich weiß es nur von einem Briefe, woher, daß auch jede Sache einbegriffen ist? Es heißt: er schreibe ihr, auch auf alles andere.
3Weshalb heißt es demnach Brief? Um dir zu sagen: wie ein Brief eine leblose Sache ist und nicht ißt, ebenso alles andere, was leblos ist und nicht ißt. –
4Und die Rabbanan!? – Hieße es: auf einen Brief, so würdest du recht haben, es heißt aber nur Brief, und dies besagt nur, daß Worte zu schreiben sind. –
5Was folgern die Rabbanan aus [den Worten] so schreibe er? – Hieraus folgern sie, daß sie nur durch ein Schriftstück geschieden wird und nicht durch Geld. Man könnte glauben, da die Scheidung der Antrauung gleicht, könne auch die Scheidung durch Geld erfolgen, wie die Antrauung durch Geld erfolgt, so lehrt er uns. –
6Woher entnimmt R. Jose der Galiläer dies? – Er folgert dies aus [dem Worte] Trennungsbrief; nur der Brief und nichts anderes trennt sie. –
7Und jene!? – Aus diesem folgere man, daß es eine Sache sein muß, die zwischen ihm und ihr vollständig trennt. Es wird nämlich gelehrt: [Sagte er:] da hast du deinen Scheidebrief mit der Bedingung, daß du nie Wein trinkest, oder: mit der Bedingung, daß du nie in das Haus deines Vaters gehst, so ist dies keine Trennung; wenn aber: bis nach dreißig Tagen, so ist dies eine Trennung. –
8Und dieser!? – Er folgert dies aus [dem Worte] Trennung. – Und jene!? – Sie deuten das Wort Trennung nicht.
9WENN JEMAND SEINE FESTHÜTTE ZWISCHEN BÄUMEN MACHT, SODASS DIE BÄUME DIE WÄNDE BILDEN, SO IST SIE BRAUCHBAR.
10GEMARA. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Eine Wand, die einem gewöhnlichen Winde nicht widerstehen kann, ist keine Wand. –
11Wir haben gelernt: Wenn jemand eine Festhütte zwischen Bäumen errichtet, sodaß die Bäume die Wände bilden, so ist sie brauchbar. Diese bewegen sich ja hin und her!? – Hier handelt es sich um feste [Bäume]. –
12Da ist ja der Wipfel!? – Wenn man ihn mit Palmen- und Lorbeerzweigen befestigt hat. – Wozu braucht er dies demnach zu lehren!? – Man könnte glauben, man ordne dennoch Verbot an, da man verleitet werden könnte, sich des Baumes zu bedienen, so lehrt er uns. –
13Komm und höre: Befindet sich da ein Baum, eine Steinwand oder eine Strauchhecke, so werden sie als Doppelpfeiler betrachtet!? – Da ebenfalls in dem Falle, wenn man sie mit Palmen- und Lorbeerzweigen befestigt hat. –
14Komm und höre: Wenn das Geäst eines Baumes zur Erde herabhängt, so darf man, falls es keine drei Handbreiten von der Erde absteht, darunter [am Šabbath] nicht tragen. Warum denn, es bewegt sich ja hin und her!? – Da ebenfalls, wenn man es mit Palmen- und Lorbeerzweigen befestigt hat. –
15Demnach sollte man doch unter dem ganzen umhertragen dürfen, wieso sagte nun R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, man dürfe darunter
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.