Sukka — Blatt 31b
1vererbten ja die Großväter ihre Feststräuße ihren Enkeln!? Diese erwiderten: Soll dies ein Beweis sein!? Aus einem Notfalle ist nichts zu beweisen.
2Immerhin wird gelehrt, nach R. Jehuda seien auch verdorrte brauchbar, und dies bezieht sich wohl auf alle!? – Nein, nur auf den Palmenzweig.
3Der Meister sagte: Wie man sie nicht mindern darf, ebenso darf man zu diesen nichts hinzufügen. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da R. Jehuda sagt, der Feststrauß benötige des Zusammenbindens, so dürfe man gesondert eine andere Art [hinzufügen], so lehrt er uns.
4Der Meister sagte: Hat man keinen Etrog bekommen, so darf man nicht statt dessen einen Granatapfel, eine Quitte oder sonst etwas nehmen. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man nehme wohl, damit das Gesetz vom Etrog nicht in Vergessenheit gerate, so lehrt er uns, weil oft dadurch ein Verderb entstehen kann, denn man könnte sich daran gewöhnen. –
5Komm und höre: Der alte Etrog ist untauglich, nach R. Jehuda tauglich. Dies ist eine Widerlegung Rabas. Eine Widerlegung. –
6Er braucht also nach ihm nicht ‘prächtig’ zu sein, und wir haben ja gelernt, der lauchgrüne [Etrog] sei nach R. Meír tauglich und nach R. Jehuda untauglich; doch wohl, weil er ‘prächtig’ sein muß!? – Nein, weil die Frucht noch nicht reif ist. –
7Komm und höre: Die Größe des kleinsten Etrogs ist, wie R. Meír sagt, die einer Nuß, und wie R. Jehuda sagt, die eines Eies. Doch wohl, weil er ‘prächtig’ sein muß!? – Nein, weil die Frucht noch nicht reif ist. –
8Komm und höre: Die des großen, damit man zwei in einer Hand halten kann – so R. Jehuda; R. Jose sagt, sogar einen mit beiden Händen. Doch wohl aus dem Grunde, weil er ‘prächtig’ sein muß!? – Nein, da Raba gesagt hat, man halte den Feststrauß in der Rechten und den Etrog in den Linken, so könnte, wenn man sie verkehrt hält und umtauschen will, [der Etrog herabfallen und] untauglich werden. –
9Gegen R. Jehuda [ist ja einzuwenden:] es heißt ja ‘prächtig’!? –
10Dies erklärt er: [eine Frucht,] die von einem Jahre zum anderen auf dem Baume ‘wohnen’ bleibt.
11DER VON EINER AŠERA ODER EINER ABTRÜNNIGEN STADT HERRÜHRENDE. Ist denn der von einer Ašera herrührende untauglich, Raba sagte ja, man nehme keinen zum Götzendienst verwandten Palmenzweig, wenn man aber einen solchen genommen hat, sei er tauglich!? –
12Hier handelt es sich um eine Ašera [aus der Zeit] Mošes, die als zertrümmert gilt, und somit das Maß nicht hat.
13Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt von dieser gleichlautend wie von der abtrünnigen Stadt. Schließe hieraus.
14DESSEN SPITZE ABGEBROCHEN IST. R. Hona sagte, dies nur, wenn sie ganz abgebrochen ist, wenn aber nur geplatzt, so ist er tauglich. –
15Ist er denn tauglich, wenn geplatzt, es wird ja gelehrt: der gebogene, stachelige,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.