Sukka — Blatt 33a

1der ägyptischen Myrte der Fall sein, die ja sieben [Blätter] an einem Quirl hat, sodaß, wenn vier abfallen, drei noch zurückbleiben. Abajje sprach: Hieraus zu entnehmen, daß die ägyptische Myrte als Hoša͑na tauglich ist. –

2Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, sie sei untauglich, weil sie einen Beinamen hat, so lehrt er uns. – Vielleicht ist dem auch so!? – Der Allbarmherzige sagt: vom dichtbelaubten Baume, ohne Unterschied.

3Die Rabbanan lehrten: Wenn die meisten Blätter verdorrt und nur drei Zweiglein mit drei feuchten Blättern zurückgeblieben sind, so ist sie tauglich. R. Ḥisda sagte: Und zwar an der Spitze eines jeden.

4DEREN SPITZE ABGEBROCHEN IST. U͑la b. Ḥenana lehrte: Wenn die Spitze abgebrochen und an dieser Stelle eine Knospe aufgeblüht ist, so ist sie tauglich.

5R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn die Spitze am Vorabend des Festes abgebrochen wurde und die Knospe erst am Feste aufblüht: gibt es bei Geboten eine Verdrängung oder nicht? –

6Dies ist ja zu entscheiden aus dem, was wir gelernt haben: Wenn man es bedeckt hat und es aufgedeckt worden ist, so braucht man es nicht mehr zu bedecken; hatte der Wind es bedeckt, so muß man es bedecken. Hierzu sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn es wieder aufgedeckt worden ist, wenn es aber nicht wieder aufgedeckt worden ist, so braucht man es nicht zu bedecken.

7Dagegen wandten wir ein: Wieso braucht man, wenn es wieder aufgedeckt worden ist, es zu bedecken, [das Gebot] ist ja verdrängt worden!?

8Und R. Papa erwiderte, bei Geboten gebe es keine Verdrängung!? –

9Hinsichtlich der Lehre R. Papas selbst ist es ihm fraglich: war es ihm entschieden, daß es bei Geboten keine Verdrängung gebe, ob erleichternd oder erschwerend, oder war es ihm fraglich. somit gilt dies nur erschwerend und nicht erleichternd. – Dies bleibt unentschieden.

10Es ist anzunehmen, daß sie [denselben Streit führen,] wie die folgenden Tannaím: Hat man übertreten und sie abgepflückt, ist sie untauglich – so R. Elea͑zar b. Çadoq; nach den Weisen ist sie tauglich. Sie glaubten, daß nach aller Ansicht der Feststrauß des Zusammenbindens nicht benötige, und wenn man auch sagt, er benötige des Zusammenbindens, so folgern wir nicht hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte, denn von dieser heißt es: du sollst machen, nicht aber bereits Gemachtes;

11somit besteht ihr Streit in folgendem: nach dem sie untauglich ist, ist der Ansicht, bei Geboten gebe es eine Verdrängung, und nach dem sie tauglich ist, ist der Ansicht, bei Geboten gebe es keine Verdrängung. –

12Nein, alle sind der Ansicht, bei Geboten gebe es keine Verdrängung, hier aber streiten sie, ob man hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte folgerte: einer ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte, und einer ist der Ansicht, man folgere nicht hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte.

13Wenn du aber willst, sage ich: sind wir der Ansicht, der Feststrauß benötige des Zusammenbindens, so stimmen alle überein, daß man hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte folgert, hier aber streiten sie, ob der Feststrauß des Zusammenbindens benötige, und sie führen denselben Streit wie die Tannaím der folgenden Lehre: Der Feststrauß ist zusammengebunden oder nicht zusammengebunden tauglich; R. Jehuda sagt, zusammengebunden sei er tauglich, nicht zusammengebunden sei er untauglich. –

14Was ist der Grund R. Jehudas? Er folgert dies durch [das Wort] nehmen von Ysopbündel; hier heißt es: ihr sollt euch am ersten Tage nehmen, und dort heißt es: ihr sollt euch ein Bündel Ysop nehmen; wie dort zusammengebunden, ebenso auch hier zusammengebunden. – Und die Rabbanan!? – Aus [dem Worte] nehmen ist nichts zu deduzieren. –

15Wer lehrte das, was die Rabbanan gelehrt haben, es sei Gebot, den Feststrauß zusammenzubinden, und wenn man ihn nicht zusammengefunden hat, er ebenfalls tauglich sei; wenn R. Jehuda, wieso ist er tauglich, wenn man ihn nicht zusammengebunden hat, und wenn die Rabbanan, wieso ist dies ein Gebot!? – Tatsächlich die Rabbanan, und nur deshalb, weil es heißt: er ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen.

16ODER DEREN BEEREN MEHR SIND. R. Ḥisda sagte: Folgendes sagte unser großer Meister, Gott stehe ihm bei: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn sie sich an einer Stelle befinden, wenn aber an zwei oder drei Stellen zerstreut, so ist sie tauglich.

17Raba sprach zu ihm:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.