Sukka — Blatt 40a
1daß beim Pflücken seine Verzehntung erfolge – so R. Gamliél. R. Elie͑zer sagt, der Etrog gleiche in jeder Hinsicht dem Baume!? –
2Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Jose sagte: Eutolmios bekundete im Namen von fünf Ältesten, daß man sich beim Etrog hinsichtlich des Verzehntens nach dem Pflücken richte; unsere Meister aber stimmten in Uša ab und beschlossen, sowohl hinsichtlich des Verzehntens als auch hinsichtlich des Siebentjahres. –
3Wer spricht da vom Siebentjahre!? – [Diese Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: beim Etrog hinsichtlich des Verzehntens nach dem Pflücken und hinsichtlich des Siebentjahres nach dem Knospen; unsere Meister aber stimmten in Uša ab und beschlossen, daß man sich beim Etrog sowohl hinsichtlich des Verzehntens als auch hinsichtlich des Siebentjahres nach dem Pflücken richte. –
4Also nur aus dem Grunde, weil der Palmenzweig aus dem sechsten Jahre ist, das in das Siebentjahr hineinreicht, aus dem Siebentjahre selber aber ist er demnach heilig; warum denn, er ist ja nichts weiter als Holz, und Holz unterliegt ja nicht der Heiligkeit des Siebentjahres!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn man Blätter von Stauden und Weinstöcken auf dem Felde aufschobert, so sind sie, wenn man sie zur Fütterung sammelt, der Heiligkeit des Siebenttjahres unterworfen, und wenn man sie als Brennholz sammelt, der Heiligkeit des Siebentjahres nicht unterworfen. –
5Anders ist es bei diesen, da die Schrift ausdrücklich sagt: für euch zum Essen, für euch wie zum Essen; nur das, wobei die Nutznießung mit der Vernichtung erfolgt, ausgenommen das [Brenn]-holz, wobei die Nutznießung erst nach der Vernichtung erfolgt. –
6Es gibt ja aber auch Kienholz, bei dem die Nutznießung bei der Vernichtung erfolgt!? Raba erwiderte: Gewöhnliches Holz ist zum Heizen bestimmt.
7Über das Brennholz [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Man darf Früchte vom Siebentjahre nicht zu Einweich- oder Waschlauge verwenden; R. Jose sagt, man dürfe sie wohl dazu verwenden. –
8Was ist der Grund des ersten Tanna? – Die Schrift sagt: zum Essen, nicht aber zu Einweich- oder Waschlauge. – Was ist der Grund R. Joses? – Die Schrift sagt: für euch, für all eure Bedürfnisse, auch zu Einweich- oder Waschlauge. – Und der erste Tanna, es heißt ja: für euch!? – Dies erklärt er: für euch wie zum Essen, nur das, wobei die Nutznießung mit der Vernichtung erfolgt, ausgenommen Einweich- und Waschlauge, wobei die Nutznießung erst nach der Vernichtung [der Früchte] erfolgt. –
9Und R. Jose, es heißt ja: zum Essen!? – Hieraus folgert er: zum Essen, nicht aber zu einem Pflaster. Es wird nämlich gelehrt: Zum Essen, nicht aber zu einem Pflaster. Du sagst, zum Essen, nicht aber zu einem Pflaster, vielleicht ist dem nicht so, sondern: nicht zu Waschlauge!? Da es für euch heißt, so ist ja die Waschlauge einbegriffen, somit bedeutet zum Essen: zum Essen und nicht zu einem Pflaster. Was veranlaßt dich, die Waschlauge einzuschließen und das Pflaster auszuschließen?
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.