Sukka — Blatt 45a

1Sollten sie etwa getrocknet werden!? Lies vielmehr: auf dem Säulengange. Reḥaba sagte im Namen R. Jehudas: Der Tempelberg hatte eine Doppelstoa, eine Stoa innerhalb einer Stoa.

2WIE VERFÄHRT MAN MIT DEM GEBOTE DER BACHWEIDE? UNTERHALB JERUŠALEMS GIBT ES EINEN ORT NAMENS MOÇA; DAHIN GEHT MAN HINAB UND SAMMELT WEIDENZWEIGE, SODANN KOMMT MAN ZURÜCK UND STELLT SIE AN DEN SEITEN DES ALTARS AUF, DIE SPITZEN ÜBER DEN ALTAR GENEIGT, WOBEI IN DIE POSAUNE GESTOSSEN, GETRILLERT UND WIEDERUM GESTOSSEN WURDE. AN JEDEM TAGE UMKREIST MAN DEN ALTAR EINMAL UND SPRICHT: ‘ACH, HERR, HILF DOCH, ACH, HERR, LASS DOCH GELINGEN!’ R. JEHUDA SAGT: ‘ICH UND ER, HILF DOCH’. AN DIESEM TAGE ABER UMKREIST MAN DEN ALTAR SIEBENMAL. WAS SAGT MAN BEIM FORTGEHEN? ‘HULDIGUNG DIR, O ALTAR, HULDIGUNG DIR, O ALTAR!’ R. ELIE͑ZER SAGT: ‘GOTT UND DIR, O ALTAR, GOTT UND DIR, O ALTAR.’

3WIE AM WOCHENTAGE, SO AUCH AM ŠABBATH, NUR DASS MAN SIE SCHON AM VORABENDE SAMMELTE UND IN GOLDENE KÜBEL STELLTE, DAMIT SIE NICHT WELKEN. R. JOḤANAN B. BEROQA SAGTE: MAN HOLTE PALMENWEDEL UND SCHLUG DAMIT AN DEN SEITEN DES ALTARS AUF DIE ERDE; DIESER TAG WURDE [TAG DES] WEDELSCHLAGENS GENANNT. GLEICH DARAUF RISSEN DIE KINDER IHRE PALMENZWEIGE HERAUS UND ASSEN IHRE ETROGIM.

4GEMARA. Es wird gelehrt: Es war eine Kolonie. – Weshalb nennt sie unser Tanna Moça? – Sie war von der königlichen Steuer befreit, und deshalb nennt er sie Moça.

5SODANN KOMMT MAN ZURÜCK UND STELLT SIE AN DEN SEITEN &C. Es wird gelehrt: Sie waren viel und lang, elf Ellen hoch, damit sie eine Elle über den Altar ragen.

6Meremar sagte im Namen Mar Zuṭras: Es ist zu beweisen, daß man sie auf das Fundament stellte, denn wenn du sagen wolltest, man stellte sie auf den Boden, wieso konnten sie dann eine Elle über den Altar ragen!? [Es wird nämlich gelehrt:] Eine Elle aufwärts und eine Elle einwärts, [das war] das Fundament; fünf Ellen aufwärts und eine Elle einwärts, [das war] der Sims, und drei Ellen aufwärts waren die Hörner. Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß man sie auf das Fundament stellte. Schließe hieraus.

7R. Abahu sprach: Hierauf deutet folgender Schriftvers: es heißt: umringt das Festopfer mit Zweigen, bis an die Hörner des Altars. R. Abahu sagte im Namen R. Elea͑zars: Wer den Feststrauß zusammengebunden und die dichtbelaubte Myrte nimmt, dem rechnet es die Schrift an, als hätte er einen Altar gebaut und darauf ein Opfer dargebracht, denn es heißt:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.