Sukka — Blatt 45b

1bindet den Fest[strauß] mit [dichtbelaubten]Zweigen, bis an die Hörner des Altars. R. Jirmeja sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj, und R. Joḥanan sagte es im Namen des R. Šimo͑n aus Maḥoza im Namen des R. Joḥanan aus Makoth: Wer an das Fest [den folgenden Tag] durch Essen und Trinken bindet, dem rechnet es die Schrift an, als hätte er einen Altar gebaut und darauf ein Opfer dargebracht, denn es heißt: bindet das Fest mit Zweigen, bis an die Hörner des Altars.

2Ḥizqija sagte im Namen R. Jirmejas im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Bei all [solchen] Geboten genügt man seiner Pflicht nur dann, wenn man [die Sache] so hält, wie sie wächst, denn es heißt: von Akazienholz, aufrechtstehend.

3Desgleichen wird gelehrt: Von Akazienholz, aufrechtstehend, die wie bei ihrem Wachsen stehen. Eine andere Erklärung: Aufrechtstehend; man könnte glauben, ihre Hoffnung sei verloren und ihre Aussicht dahin, so heißt es: von Akazienholz, aufrechtstehend, die in alle Ewigkeit stehen bleiben.

4Ferner sagte Ḥizqija im Namen R. Jirmejas im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Ich könnte die ganze Welt vom Tage meiner Erschaffung bis jetzt vom Strafgerichte befreien; mit meinem Sohne Elea͑zar zusammen sogar seit der Erschaffung der Welt bis jetzt; und wenn Jotham, der Sohn U͑zijahus, noch mit uns wäre, sogar seit der Erschaffung der Welt bis zum Weltende.

5Ferner sagte Ḥizqija im Namen R. Jirmejas im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Ich sah die erhabenen Leute, und ihrer sind nur wenige vorhanden; sind deren tausend, so gehöre ich und mein Sohn zu ihnen, sind deren hundert, so gehöre ich und mein Sohn zu ihnen, sind deren zwei so sind es ich und mein Sohn. – Sind deren denn so wenige, Raba sagte ja, eine Reihe von achtzehntausend [Frommen] weilt vor dem Heiligen, gepriesen sei er, denn es heißt: ringsum sind es achtzehntausend!? – Das ist kein Widerspruch; eines gilt von denen, die den leuchtenden Glanz schauen, und eines von denen, die den leuchtenden Glanz nicht schauen. –

6Sind denn deren, die den leuchtenden Glanz schauen, so sehr wenig, Abajje sagte ja, die Welt habe nicht weniger als sechsunddreißig Fromme, die täglich das Gesicht der Göttlichkeit empfangen, denn es heißt: heil allen, die auf ihn hoffen, und ‘lo [ihn]’ hat den Zahlen wert sechsunddreißig!? – Das ist kein Widerspruch; eines gilt von denen, die nur mit Erlaubnis eintreten, und eines von denen, die ohne Erlaubnis eintreten.

7WAS SAGT MAN BEIM FORTGEHEN &C. Man verbindet ja den Namen Gottes mit einer anderen Sache, und es wird gelehrt, wer den Namen Gottes mit einer anderen Sache verbindet, werde aus der Welt entwurzelt, denn es heißt: nur dem Herrn allein!? – Er meint es wie folgt: Gott erkennen wir an, dich preisen wir; Gott erkennen wir an, dich rühmen wir.

8WIE AM WOCHENTAGE. R. Hona sagte: Was ist der Grund des R. Joḥanan b. Beroqa? Es heißt: Palmen zweige, zwei, einen für den Feststrauß und einen für den Altar. – Und die Rabbanan!? – Die Schreibart ist Palmenzweig.

9R. Levi erklärte: Gleich der Dattelpalme, wie die Dattelpalme nur ein Herz hat, so hat auch Jisraél nur ein Herz für seinen Vater im Himmel.

10R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Über den Feststrauß alle sieben [Tage], über die Festhütte nur an einem Tage. – Aus welchem Grunde? Beim Feststrauße sind die Nächte von den Tagen getrennt, somit besteht das Gebot für jeden Tag besonders, bei der Festhütte aber sind die Nächte von den Tagen nicht getrennt, somit gelten alle sieben als ein langer Tag.

11Rabba b. Bar Ḥana sagte aber im Namen R. Joḥanans: Über die Festhütte alle sieben [Tage], über den Feststrauß nur einen Tag. – Aus welchem Grunde? – Die Festhütte ist Gebot der Tora, daher sieben, der Feststrauß ist rabbanitisch, daher nur einen Tag.

12Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Sowohl über diesen als auch über jene sieben. R. Joseph sprach: Halte dich an Rabba b. Bar Ḥana, denn alle Amoraím sind bei der Festhütte seiner Ansicht.

13Man wandte ein:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.