Sukka — Blatt 47b
1Doch wohl des Zeitsegens. – Nein, im Tischsegen und im Gebete.
2Dies leuchtet auch ein; wenn man sagen wollte, es sei der Zeitsegen: wird denn der Zeitsegen alle sieben Tage gesprochen!? – Das ist kein Einwand; wenn man ihn heute nicht gesprochen hat, spricht man ihn morgen, oder an einem anderen Tage. –
3Demnach sollte doch ein Becher erforderlich sein!? Dies wäre also eine Stütze für R. Naḥman, denn R. Naḥman sagte, man spreche den Zeitsegen sogar auf der Straße. Wollte man sagen, man spreche ihn nur über dem Becher: hat denn [jeder] einen Becher an jedem Tage!? – Vielleicht in dem Falle, wenn man einen Becher hat. –
4Ist R. Jehuda denn der Ansicht, der achte benötige des Übernachtens, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Woher, daß das zweite Pesaḥfest nicht des Übernachtens benötigt? Es heißt: am andern Morgen mache dich auf den Weg, um heimzukehren, und darauf heißt es:sechs Tage sollst du Ungesäuertes essen; was der sechs Tage benötigt, benötigt auch des Übernachtens, was der sechs Tage nicht benötigt, benötigt des Übernachtens nicht. Was schließt dies aus? Dies schließt wohl auch den achten Tag des [Hütten]festes aus. –
5Nein, dies schließt nur das ihm gleiche zweite Pesaḥfest aus. Dies ist auch einleuchtend, denn wir haben gelernt: Die Erstlinge benötigen des Opfers, des Gesanges, des Schwingens und des Übernachtens. R. Jehuda ist es ja, welcher sagt, [sie benötigen] des Schwingens, und er sagt, daß sie des Übernachtens benötigen.
6Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Und niederlegen, das Schwingen. Du sagst, das Schwingen, vielleicht tatsächlich das Niederlegen!? Wenn es heißt: er lege ihn nieder, so ist ja vom Niederlegen bereits die Rede, somit ist unter und niederlegen das Schwingen zu verstehen. –
7Vielleicht ist es R. Elie͑zer b. Ja͑qob!? Es wird nämlich gelehrt: Der Priester nehme den Korb aus deiner Hand, dies lehrt, daß die Erstlinge des Schwingens benötigen – so R. Elie͑zer b. Ja͑qob. –
8Was ist der Grund des R. Elie͑zer b. Ja͑qob? – Er folgert dies durch [das Wort] Hand vom Heilsopfer; hier heißt es: der Priester nehme den Korb aus deiner Hand, und dort heißt es: seine Hände sollen die Feueropfer des Herrn bringen;
9wie hier der Priester, ebenso dort der Priester, und wie dort der Eigentümer, ebenso auch hier der Eigentümer. Wie ist dies möglich? Der Priester lege seine Hände unter die des Eigentümers und schwinge.
10Wie bleibt es damit? – R. Naḥman sagt, man spreche den Zeitsegen am achten Tage des [Hütten]festes, und R. Šešeth sagt, man spreche den Zeitsegen nicht am achten Tage des [Hütten]festes. Die Halakha ist, man spreche den Zeitsegen am achten Tage des [Hütten]festes.
11Übereinstimmend mit R. Naḥman wird auch gelehrt: Der achte
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.