Sukka — Blatt 5a
1Ferner wird auch gelehrt: R. Jose sagte: Nie ist die Göttlichkeit unten herabgekommen, und nie sind Moše und Elijahu in die Höhe gestiegen, denn es heißt: der Himmel ist Himmel des Herrn, und die Erde hat er den Menschenkindern gegeben. –
2Ist denn die Göttlichkeit nicht unten herabgekommen, es heißt ja: der Herr stieg auf den Berg Sinaj herab!? – Oberhalb zehn Handbreiten. – Es heißt ja aber: an diesem Tage werden seine Füße auf dem Olivenberge stehen!? – Oberhalb zehn Handbreiten. –
3Sind denn Moše und Elijahu nicht in die Höhe gestiegen, es heißt ja: Moše stieg zu Gott hinauf !? – Unterhalb zehn [Handbreiten]. – Es heißt ja aber: Elijahu stieg im Sturm in den Himmel. – Unterhalb zehn [Handbreiten]. – Es heißt ja aber: er erfaßt den Anblick des Thrones, er zieht seine Wolke über ihn, und R. Tanḥum sagte, dies lehre, daß der Allmächtige über ihn den Glanz seiner Göttlichkeit ausgebreitet und ihn überwölkt hatte!? – Unterhalb zehn [Handbreiten]. –
4Es heißt ja: er erfaßt den Anblick des Thrones!? – Er senkte ihm den Thron bis auf zehn [Handbreiten] herab, und er erfaßte ihn. –
5Allerdings war die Bundeslade neun Handbreiten [hoch], denn es heißt: sie sollen eine Lade aus Akazienholz anfertigen, zwei und eine halbe Elle lang, anderthalb Ellen breit und anderthalb Ellen hoch, woher aber, daß der Sühnedeckel eine Handbreite hatte? – R. Ḥanina lehrte: Die Tora hat Länge, Breite und Höhe aller von Moše gefertigten Geräte angegeben, vom Sühnedeckel aber hat sie nur Länge und Breite, nicht aber die Höhe angegeben.
6Du kannst dies jedoch vom unbedeutendsten aller Geräte entnehmen, von dem es heißt: du sollst eine in Handbreite ringsum-laufende Leiste an ihm anbringen; wie diese eine Handbreite, ebenso jener eine Handbreite. – Sollte er es doch von den anderen Geräten folgern!? – Ergreifst du viel, so hast du nichts ergriffen, ergreifst du wenig, so hast du es ergriffen. –
7Sollte er es vom Stirnblatte folgern!? Es wird nämlich gelehrt: Das Stirnblatt war eine Art Platte aus Gold, zwei Finger breit, und reichte von Ohr zu Ohr; darauf waren zwei Zeilen eingraviert: Jod und He oben und geheiligt dem unten. R. Elie͑zer b. Jose erzählte: Ich habe es in Rom gesehen, und darauf waren [die Worte] geheiligt dem Herrn in einer Zeile eingraviert. –
8Man folgere von einem Geräte auf ein Gerät, nicht aber folgere man von einem Schmuck auf ein Gerät. –
9Sollte es vom Kranze folgern, denn der Meister sagte, [die Dicke] des Kranzes hatte nur ein Minimum!? – Man folgere von einem Geräte auf ein Gerät, nicht aber folgere man von der Verzierung eines Gerätes auf ein Gerät. – Auch die Leiste war ja nur eine Verzierung!? – Die Leiste befand sich unter [der Tischplatte]. –
10Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Leiste befand sich unter [der Platte], wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, die Leiste befand sich über dieser, demnach war sie ja eine Verzierung!? –
11Vielmehr, man folgere von einem Gegenstande, bei dem die Tora ein Maß angegeben hat, auf einen Gegenstand, bei dem die Tora ein Maß angegeben hat, nicht aber ist vom Stirnblatte und vom Kranze zu entnehmen, bei denen die Tora überhaupt kein Maß angegeben hat.
12R. Hona entnimmt dies hieraus: Auf das Gesicht des Sühnedeckels. und das Gesicht hat nicht weniger als eine Handbreite. –
13Vielleicht wie das Gesicht
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.