Sukka — Blatt 5b

1des Bar Jukhni? – Ergreifst du viel, so hast du nichts ergriffen, ergreifst du wenig, so hast du es ergriffen. – Vielleicht wie das Gesicht eines Vögelchens? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: R. Hona folgert dies durch das Wort Gesicht; hier heißt es: auf das Gesicht des Sühnedeckels, und dort heißt es: vom Gesichte seines Vaters Jiçhaq. –

2Sollte er es durch das Wort Gesicht folgern, das von Gott gebraucht wird, denn es heißt: wie das Gesicht Gottes, indem du mir gnädig warst!? – Ergreifst du viel, so hast du nichts ergriffen, ergreifst du wenig, so hast du es ergriffen. –

3Sollte er es vom Kherub folgern, denn es heißt: gegen den Sühnedeckel hin sollen die Gesichter der Kherubim gerichtet sein!?

4R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Es ist uns über liefert, daß das Gesicht der Kherubim nicht kleiner als eine Handbreite ist, und auch R. Hona folgert es hieraus. –

5Weshalb heißt er Kherub? R. Abahu erwiderte: Ke rabja [wie ein Kind]; in Babylonien wird nämlich der Knabe Rabja genannt.

6Abajje sprach zu ihm: Wieso heißt es demnach: das Gesicht des einen war das Gesicht eines Kherubs, das Gesicht des zweiten war das Gesicht eines Menschen, Kherub und Mensch sind ja dasselbe!? – Ein großes Gesicht und ein kleines Gesicht.

7Woher, daß der Innenraum ohne die Hüttenbedachung allein zehn Handbreiten haben muß, vielleicht mit der Hüttenbedachung!? –

8Vielmehr, er folgert dies vom stetigen Tempel. Es heißt: das Haus, das der König Šelomo für den Herrn baute, war sechzig Ellen lang, zwanzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch, ferner heißt es: die Höhe des einen Kherub betrug zehn Ellen, und ebenso die des zweiten Kherub, und hierzu wird gelehrt: Wie im stetigen Tempel die Kherubim bis zu einem Drittel des ganzen Hauses reichten, ebenso reichten die Kherubim in der Stiftshütte bis zu einem Drittel des ganzen Hauses.

9Die [Höhe der] Stiftshütte betrug zehn Ellen, wie es heißt: zehn Ellen betrug die Länge des Brettes, das sind nämlich sechzig Handbreiten, ein Drittel hat zwanzig Handbreiten, und wenn man davon zehn Handbreiten für die Höhe der Bundeslade mit dem Sühnedeckel abzieht, so bleiben es zehn, und es heißt: die Kherubim sollen ihre Flügel nach oben ausgebreitet halten, indem sie mit ihren Flügeln den Sühnedeckel bedecken; hier nennt es die Tora oberhalb zehn Handbreiten ‘bedecken’. –

10Woher, daß die Flügel über ihrem Kopfe ausgebreitet waren, vielleicht in gleicher Höhe mit ihrem Kopfe!? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Es heißt oben. – Vielleicht waren sie noch höher ausgebreitet!? – Heißt es denn oben darüber? –

11Allerdings nach R. Meír, welcher sagt, alles wurde da mit einer gewöhnlichen Elle gemessen, wie ist es aber nach R. Jehuda zu erklären, welcher sagt, das Gebäude mit einer Elle von sechs Handbreiten und die Geräte mit einer von fünf,

12wonach die Bundeslade mit dem Sühnedeckel zusammen nur achteinhalb [Handbreiten] hatte und elfeinhalb zurückblieben; demnach müßte auch die Festhütte elfeinhalb Handbreiten hoch sein!? –

13Vielmehr, nach R. Jehuda ist dies eine Überlieferung. R. Ḥija b. Aši sagte nämlich im Namen Rabhs: Die Lehren von den Quantitäten, den Trennungen und den Umzäunungen sind Moše vom Sinaj überlieferte Halakhoth. –

14[Die Lehre] von den Maßen ist ja aus der Tora!? Es heißt: ein Land mit Weizen und Gerste, mit Weinstöcken, Feigen und Granatäpfeln, ein Land mit Olivenöl und Honig, und hierzu sagte R. Ḥanina, dieser ganze Schriftvers stehe nur wegen der Maße.

15Weizen, wegen des aussätzigen Hauses, denn wir haben gelernt: Wenn jemand in ein aussätziges Haus tritt und seine Kleider auf der Schulter und seine Sandalen und seine Ringe in den Händen trägt, so ist er samt diesen sofort unrein;

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.