Taanit — Blatt 11b

1als befinde sich Heiliges in seinem Innern, denn es heißt: der Heilige wohnt in deiner Mitte; ich komme in die Stadt nicht. – Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von dem, der die Kasteiung ertragen kann, und das eine gilt von dem, der die Kasteiung nicht ertragen kann.

2Reš Laqiš sagte, er heiße Frommer, denn es heißt: wer sich entwöhnt, der ist ein Frommer. R. Šešeth sagte: Wenn ein Jünger im Fasten verweilt, so mag ein Hund seine Mahlzeit fressen.

3R. Jirmeja b.Abba sagte: In Babylonien gibt es mit Ausnahme des Neunten Ab kein Gemeindefasten. R. Jirmeja b.Abba sagte im Namen des Reš Laqiš: Ein Schriftgelehrter darf nicht im Fasten verweilen, weil er dadurch die göttliche Beschäftigung einschränkt.

4MAN DARF ESSEN UND TRINKEN, NACHDEM ES DUNKEL GEWORDEN IST &C. R. Zee͑ra sagte im Namen R. Honas: Wenn ein Einzelner sich ein Fasten auferlegt hat, so spreche er, selbst wenn er die ganze Nacht gegessen und getrunken hat, am folgenden Tage das Fastengebet; hat er [auch die folgende] Nacht im Fasten verweilt, so spreche er [am folgenden Tage] das Fastengebet nicht.

5R. Joseph sprach: Welcher Ansicht ist R. Hona: ist er der Ansicht, es gebe kein Fasten für Stunden, oder ist er der Ansicht, es gebe ein Fasten auch für Stunden, nur spreche, wer Stunden fastet, nicht das Fastengebet?

6Abajje erwiderte: Tatsächlich ist R. Hona der Ansicht, wer Stunden fastet, spreche das Fastengebet, nur ist es hierbei anders, da er sich das Fasten in den Nachtstunden nicht vorher auferlegt hat.

7Einst kam Mar U͑qaba nach Ginzaq, und man fragte ihn da, ob es ein Fasten für Stunden gebe oder nicht, und er wußte es nicht. Ob Weinkrüge von Nichtjuden verboten oder erlaubt sind, und er wußte es nicht. In welchen [Gewändern] Moše während der sieben Einweihungstage den Tempeldienst verrichtet hat, und er wußte es nicht.

8Als er hierauf ins Lehrhaus kam und es fragte, erwiderte man ihm; Die Halakha ist, es gebe ein Fasten für Stunden, und man spreche dann das Fastengebet. Die Halakha ist, Weinkrüge von Nichtjuden seien nach zwölf Monaten erlaubt. Und Moše verrichtete während der sieben Einweihungstage den Tempeldienst in einem weißen Gewände. R. Kahana lehrte: In einem weißen Gewände ohne Saum.

9R. Ḥisda sagte:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.