Taanit — Blatt 27a
1Demnach sollte der gebrechenbehaftete Priester zum Priestersegen nicht zugelassen werden, wie ein solcher zum Tempeldienste nicht zugelassen wird!? – Er wird ja mit dem Naziräer verglichen. –
2Was veranläßt dich, ihn erleichternd zu vergleichen, vergleiche ihn doch erschwerend!? – Dies ist nur eine rabbanitische Anlehnung, daher erleichternd.
3FOLGENDES BEWENDEN HAT ES MIT DEN STANDBEZIRKEN. Es heißt: befiehl den Kindern Jisraél &c. Was meint er damit? Er meint es wie folgt: Hier wird von Standbezirken gesprochen; aus welchem Grunde haben sie Standbezirke angeordnet? Es heißt: befiehl den Kindern Jisraél und sprich zu ihnen: meine Opfergaben, meine Speisen, zu meinen Feueropfern &c.
4Wie soll nun das Opfer für einen dargebracht werden, ohne daß er dabei ist? Deshalb ordneten die ersten Propheten vierundzwanzig Priester wachen an und bei jeder Priester wache waren in Jerušalem [Männer der] Standbezirke [vertreten], bestehend aus Priestern, Leviten und Jisraéliten. Kam eine Priesterwache an die Reihe hinaufzuziehen, so zogen die zu dieser gehörenden Priester und Leviten nach Jerušalem hinauf.
5Die Rabbanan lehrten: Vierundzwanzig Priesterwachen waren im Jisraéllande und zwölf in Jeriḥo. – Wenn zwölf in Jeriḥo waren, so waren es ja bedeutend mehr!? – Vielmehr: zwölf von diesen waren in Jeriḥo. – Kam eine Priesterwache an die Reihe, hinaufzuziehen, so zog die eine Hälfte aus dem ganzen Lande nach Jerušalem hinauf und die andere Hälfte nach Jeriḥo, um ihre Brüder [in Jerušalem] mit Wasser und Nahrungsmitteln zu versorgen.
6R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: [Die Darbringung] des Opfers ist [vom Beisein] der Priester, Leviten und Jisraéliten abhängig. In einer Barajtha wurde gelehrt: (R.Šimo͑n b.Elea͑zar sagte:) [Die Darbringung] des Opfers ist [vom Beisein] der Priester, Leviten [und Jisraéliten] und der Musikinstrumente abhängig. – Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine vokale, und einer ist der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine instrumentale.
7R. Ḥama b.Gorja sagte im Namen Rabhs: Moše ordnete für Jisraél acht Priesterwachen an, vier aus [der Familie] Elea͑zars und vier aus [der Familie] Ithamars; dann kam Šemuél und brachte sie auf sechzehn, und hierauf kam David und brachte sie auf vierundzwanzig, denn es heißt: im vierzigsten Jahre der Regierung Davids wurden sie aufgesucht, und es fanden sich unter ihnen wackere Männer zu Ja͑zer in Gilea͑d.
8Man wandte ein: Moše ordnete für Jisraél acht Priesterwachen an, vier aus [der Familie] Elea͑zars und vier aus [der Familie] Ithamars, und hierauf kamen David und Šemuél und brachten sie auf vierundzwanzig, denn es heißt: David und Šemuél der Seher hatten sie in ihre Amtspflicht eingesetzt. – Er meint es wie folgt: durch die Anordnungen Davids und Šemuéls aus Rama wurden sie auf vierundzwanzig gebracht.
9Ein Anderes lehrt: Moše ordnete für Jisraél sechzehn Priesterwachen an, acht aus [der Familie] Elea͑zars und acht aus [der Familie] Ithamars; als aber die Nachkommen Elea͑zars zahlreicher wurden als die Nachkommen Ithamars, teilte man sie und brachte [die Priester wachen] auf vierundzwanzig, denn es heißt: es befand sich aber, daß die Nachkommen Elea͑zars hinsichtlich der Geschlechtshäupter zahlreicher waren als die Nachkommen Ithamars; daher teilte man sie so, daß auf Elea͑zar sechzehn und auf Ithamar acht Familienhäupter kamen. Ferner heißt es: je eine Familie von der Linie Elea͑zars und je eine Familie von der Linie Ithamars. –
10Wozu das ‘ferner’? – Man könnte glauben, wie die Nachkommen Elea͑zars sich vermehrt haben, ebenso haben sich die Nachkommen Ithamars von ursprünglich vier auf acht vermehrt, so komm und höre: je eine Familie von der Linie Elea͑zars und je eine Familie von der Linie Ithamars. Dies ist eine Widerlegung R. Ḥisdas!? –
11R. Ḥisda kann dir erwidern: hierüber [streiten] Tannaím, und ich bin der Ansicht desjenigen, der acht sagt.
12Die Rabbanan lehrten: Vier Priesterwachen kehrten aus der Gefangenschaft zurück, und zwar: Jeda͑ja, Jehojarib, Pašḥur und Immer; darauf kamen die Propheten, die unter ihnen waren,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.