Taanit — Blatt 27b
1und teilten sie in vierundzwanzig. Man mischte [die Loszettel], die unter ihnen waren, durcheinander und tat sie in eine Urne, sodann kam Jeda͑ja und zog für sich und für seine Genossen, zusammen sechs, darauf kam Jehojarib und zog für sich und seine Genossen zusammen sechs und ebenso Pašḥur und ebenso Immer.
2Die Propheten, die unter ihnen waren, bestimmten also: selbst wenn die Familie Jehojarib, die einst Haupt der Priesterwache war, hinaufziehen sollte, werde Jeda͑ja dennoch nicht verdrängt, vielmehr bleibe Jeda͑ja Hauptwache und Jehojarib ihm angeschlossen.
3WÄHREND DIE ZU DIESER GEHÖRENDEN JISRAÉLITEN SICH IN IHREN STÄDTEN VERSAMMELTEN UND AUS DER SCHÖPFUNGSGESCHICHTE LASEN. WOHER DIES? R. Ja͑qob b. Aḥa erwiderte im Namen R. Asis: Wenn nicht die Stadtbezirke, würden Himmel und Erde nicht bestehen, denn es heißt: und er sprach: O Herr, mein Gott, woran soll ich erkennen, daß ich es besitzen werde.
4Abraham sprach nämlich: Herr der Welt, vielleicht sündigt Jisraél vor dir, und du verfährst mit ihm, wie du mit dem Zeitalter der Sintflut und dem des Turmbaues verfahren bist!? Er erwiderte: Nein. Jener sprach vor ihm: Herr der Welt, laß mich erkennen, wieso ich es besitzen werde! Er erwiderte: Hole mir ein Drittlingskalb und eine Drittlingsziege &c.
5Jener sprach wiederum vor ihm: Herr der Welt, allerdings zur Zeit, wo der Tempel besteht, was aber wird aus ihnen zur Zeit, wo er nicht besteht!? Er erwiderte: Ich habe für sie bereits die Opferungsordnung vorgesehen; wenn sie diese vor mir lesen, so rechne ich es ihnen an, als hätten sie mir Opfer dargebracht, und vergebe ihnen all ihre Sünden.
6Die Rabbanan lehrten: Die Männer der Priesterwache beteten, daß das Opfer ihrer Brüder in Wohlgefallen angenommen werde, und die Männer des Standbezirkes versammelten sich im Bethause und fasteten vier Tage, Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Am Montag für die Seereisenden, am Dienstag für die Wüstenreisenden,
7am Mittwoch, daß die Kinder von der Bräune verschont bleiben, und am Donnerstag für die Schwangeren und die Säugenden; für die Schwangeren, daß sie nicht fehlgebären, und für die Säugenden, daß sie ihre Kinder zu nähren vermögen. Am Freitag fasteten sie nicht, zur Ehrung des Šabbaths, und um so weniger am Šabbath selbst. –
8Weshalb nicht am Sonntag? R. Joḥanan erwiderte: Wegen der Nazarener. R. Šemuél b.Naḥmani erwiderte: Weil er der dritte [Tag] seit der Schöpfung [des Menschen] ist.
9Reš Laqiš erwiderte: Wegen der erweiterten Seele. Reš Laqiš sagte nämlich: Am Vorabend des Šabbaths erhalte der Mensch eine erweiterte Seele, die man ihm beim Ausgange des Šabbaths abnimmt, denn es heißt: er ruhte und atmete auf; nachdem er geruht: wehe fort ist die Seele.
10AM SONNTAG [LASEN SIE DEN ABSATZ] Am Anfang UND Es werde eine Veste. Es wird gelehrt: [Der Absatz] Am Anfang wird von zweien [gelesen], Es werde eine Veste von einem. – Allerdings Es werde eine Veste von einem, weil er nur drei Verse hat, wieso aber Am Anfang von zweien, er hat ja nur fünf Verse, während wir gelernt haben, wer aus der Tora vorliest, [lese] mindestens drei Verse!? –
11Rabh erklärte, man wiederhole ihn; Šemuél erklärte, man teile ihn. – Weshalb sagt Rabh, daß man ihn wiederhole, und nicht, daß man ihn teile? – Er ist der Ansicht, einen Vers, den Moše nicht geteilt hat, dürfen auch wir nicht teilen. – ‘
12Šemuél erklärte, man teile ihn’. Dürfen wir ihn denn teilen, R. Ḥanina der Bibelleser erzählte ja, er habe sich viel mit R. Ḥanina dem Großen abgequält, dennoch erlaubte er ihm nicht, einen Schriftvers zu teilen, nur bei Schulkindern, weil es zum Unterrichte erfolgt!? – Šemuél kann erwidern: bei diesen aus dem Grunde, weil es nicht anders möglich ist, und auch hierbei ist es nicht anders möglich. –
13Weshalb sagt Šemuél, daß man ihn teile, und nicht, daß man ihn wiederhole? – Mit Rücksicht auf die Eintretenden und mit Rücksicht auf die Fortgehenden.
14Man wandte ein: Ein Absatz von sechs Versen ist von zweien zu lesen, hat er nur fünf, so lese einer drei Verse und der andere zwei aus dem betreffenden Absatz und einen aus dem folgenden; manche sagen, drei, weil man nicht einen Absatz mit weniger als drei Versen beginnen darf.
15Soll man doch den betreffenden Vers entweder nach der einen Ansicht wiederholen oder nach der anderen Ansicht teilen!? –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.