Taanit — Blatt 31a

1jeder mag gehen, wohin er wolle.

2R. Mathna erklärte: An diesem Tage wurden die Erschlagenen von Bitther zur Beerdigung freigegeben. R. Mathna sagte nämlich: An dem Tage, an dem die Erschlagenen von Bitther zur Beerdigung freigegeben wurden, ordnete man in Jabne [den Segen] ‘Der Gute und Gütige’ an; der Gute: daß sie nicht verwesten, der Gütige: daß sie zur Beerdigung freigegeben wurden.

3Rabba und R. Joseph erklärten beide: An diesem Tage hörte das Holzfällen für den Altar auf. Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer der Große sagte: Vom fünfzehnten Ab an ist die Kraft der Sonne gebrochen; von da ab hörte man auf, Holz für das Altarfeuer zu fällen, weil es nicht mehr trocknet.

4R. Menasja sagte: Diesen nannte man ‘Tag des Axtzerbrechens’. Wer von da ab hinzufügt, dem wird [Leben] hinzugefügt, wer nicht hinzufügt, der vergeht. – Was heißt ‘vergeht’? R. Joseph erklärte: Den begräbt seine Mutter.

5AN DIESEM PFLEGTEN DIE TÖCHTER JERUŠALEMS &C. Die Rabbanan lehrten: Die Tochter des Königs borgte sich von der Tochter des Hochpriesters, die Tochter des Hochpriesters borgte sich von der Tochter des Priestervorstehers, die Tochter des Priestervorstehers borgte sich von der Tochter des Feldpriesters, die Tochter des Feldpriesters borgte sich von der Tochter des gemeinen Priesters, und die übrigen Jisraélitinnen borgten eine von der anderen, um nicht die zu beschämen, die keine hatten.

6WESHALB AUCH ALLE GEWÄNDER EINES REINIGUNGSBADES BENÖTIGTEN. R. Elea͑zar sagte: Selbst wenn sie zusammengerollt in der Truhe lagen.

7DIE MÄDCHEN JISRAÉLS ZOGEN AUS UND TANZTEN IN DEN WEINGÄRTEN. Es wird gelehrt: Wer keine Frau hatte, ging da hin.

8DIE PATRIZIERINNEN UNTER IHNEN SPRACHEN: JÜNGLING &C. Die Rabbanan lehrten: Die Schönen unter ihnen sprachen: Schauet nur auf Schönheit, denn bei der Frau ist Schönheit die Hauptsache. Die Patrizierinnen unter ihnen sprachen: Schauet nur auf Familie, denn die Frau ist nur wegen der Kinder da. Die Häßlichen unter ihnen sprachen: Nehmet euren Kauf hin um des Himmels willen, daß ihr uns aber mit Goldstücken bekränzet.

9U͑la Biráa sagte im Namen R. Elea͑zars: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, im E͑dengarten einen Reigentanz für die Frommen veranstalten; er aber wird in ihrer Mitte sitzen, und ein jeder auf ihn mit dem Finger zeigen, denn es heißt: an jenem Tage wird man sprechen: Da ist unser Gott, von dem wir hofften, daß er uns helfen solle; das ist der Herr, auf den wir hofften! Laßt uns jubeln und fröhlich sein über seine Hilfe.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.