Temura — Blatt 12a
1Dieser erwiderte: Ist denn hierauf zu beziehen der Schriftvers:Wenn der Ort fern ist von dir &c. schlachte.
2Abajje fragte R. Joseph: Wie ist es, wenn [das Vieh] selbst profan und die Geburt Heilsopfer ist, und man außerhalb geschlachtet hat: ist man dieserhalb schuldig wegen des Schlachtens außerhalb oder nicht?
3Dieser erwiderte. Ist denn hierauf zu beziehen der Schriftvers:und bringe sie dem Herrn?
4Eine andere Lesart: Dieser erwiderte: Ist es für die Tür des Offenbarungszeltes geeignet, so ist man schuldig, wenn man es außerhalb [geschlachtet hat].
5DAS BEMISCHTEBEWIRKT BEMISCHUNGNUR NACH VERHÄLTNIS,
6DAS GESÄUERTEBEWIRKT SÄUERUNG NUR NACH VERHÄLTNIS, UND GESCHÖPFTES WASSER MACHT DAS TAUCHBADUNTAUGLICH NUR NACH VERHÄLTNIS.
7DAS ENTSÜNDIGÜNGSWASSERWIRD SOLCHES ERST BEIM HINEINTUN DER ASCHE. EIN GRÄBERPFLUG MACHT [DIE UMGEBUNG] NICHT ZUM GRÄBERPFLUGE. ES GIBT KEINE HEBE NACH DER HEBE.
8UMGETAUSCHTES BEWIRKT KEINEN UMTAUSCH. DIE GEBURTBEWIRKT KEINEN UMTAUSCH. R. JEHUDA SAGT, DIE GEBURT BEWIRKE UMTAUSCH. SIE SPRACHEN ZU IHM: NUR HEILIGES BEWIRKT UMTAUSCH, DIE GEBURT ABER BEWIRKT KEINEN UMTAUSCH.
9GEMARA. Wer ist der Autor? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Nicht R. Elie͑zer,
10denn wir haben gelernt: Wenn eine Seá Hebe in weniger als hundert [Seá] Profanes gekommen ist und es bemischt hat, und vom Bemischten in andere [Früchte] gekommen ist, so bewirkt dieses, wie R. Elie͑zer sagt, Bemischung wie richtige Hebe, denn man sage, die Seá, die hineingekommen, sei die Seá, die herausgekommen ist.
11Die Weisen aber sagen, es bewirke Bemischung nur nach Verhältnis.
12DAS GESÄUERTE BEWIRKT SÄUERUNG &C. R. [Ḥija b.] Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des R. Elie͑zer,
13denn wir haben gelernt: Wenn Sauerteig von Profanem und von Hebe, von denen weder der eine noch der andere zur Säuerung ausreicht, in den Teig gekommen sind und ihn zusammen gesäuert haben, so richte man sich, wie R. Elie͑zer sagt, nach dem letzteren. Die Weisen sagen, er sei, einerlei ob das Verbotene vorher oder nachher hineingekommen ist, nur dann verboten, wenn dieses soviel beträgt, um allein säuern zu können.
14GESCHÖPFTES WASSER MACHT DAS TAUCHBAD UNTAUGLICH NUR &C. Wer ist der Autor? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Es ist R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Wenn ein Tauchbadeinundzwanzig Seá Regenwasser enthält, so darf man neunzehn Seá geschöpftes holen und es in das Tauchbad hineinleiten
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.