Temura — Blatt 12b

1und es ist tauglich, denn das Geschöpfte bleibt reinbei Mehrheitund Leitung. –

2Demnachsind die Rabbanan der Ansicht, auch nicht bei Mehrheit und Leitung, somit vertritt die Lehre, die Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans sagte, [das Tauchbad] sei rein, wenn es ganz aus geschöpftem und hineingeleitetem [Wasser] besteht, weder die Ansicht der Rabbanan noch die Ansicht R. Elie͑zers!?

3Vielmehr, erwiderte Rabba, nach Verhältnis der Gefäße, und sie vertritt die Ansicht des Joseph b. Ḥoni.

4Es wird nämlich gelehrt: Wenn drei Log geschöpftes Wasser aus zwei oder drei Gefäßen in das Wassergekommen ist, oder sogar aus vier oder fünf Gefäßen, so ist das Tauchbad untauglich. Joseph b. Ḥoni sagt, aus zwei oder drei Gefäßen mache es das Tauchbad untauglich; aus vier oder fünf Gefäßenmache es das Tauchbad nicht untauglich.

5DAS ENTSÜNDIGUNGSWASSER WIRD SOLCHES &C. Wer ist der Autor? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Es ist nicht R. Šimo͑n,

6denn es wird gelehrt: Hat erdie Erde früher als das Wasser hineingetan, so ist es untauglich, nach R. Šimo͑n aber tauglich. –

7Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Es heißt:und man nehme für den Unreinen von der Erde des verbrannten Sündopfers und tue darauf lebendes Wasser, und hierzu wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Ist es denn Erde, es ist ja Asche!?

8Die Schrift hat hier einen abweichenden Ausdruck gewählt, damit man dadurch [einen Schluß] durch Wortanalogie folgere: hierbei heißt es Erde und dortheißt es Erde, wie dort die Erde auf das Wasser, ebenso hier die Erde auf das Wasser, und wie es hier tauglich ist, wenn man die Erde früher als das Wasser hineingetan hat, ebenso ist es dort tauglich, wenn man die Erde früher als das Wasser hineingetan hat. –

9Woher dies hierbei? – Es sind zwei Schriftverse vorhanden: er tue darauf, demnach die Asche zuerst, und darauf heißt es:lebendes Wasser in ein Gefäß; wie ist dies nun zu erklären? Wenn er will, die Erde unten, und wenn er will, die Erde darüber. –

10Was ist der Grund unseres Autors? – Er erklärt: der Schluß des Schriftversesist genau zu nehmen, und [die Worte] er tue darauf besagen, daß er sie mische. –

11Was veranlaßt dich, den Schluß des Schriftverses genau zu nehmen, vielleicht ist der Anfang genau zu nehmen!? – Dies kannst du nicht sagen; wie wir sonst überall finden, das Geeignetmachendeoben, ebenso hierbei das Geeignetmachende oben.

12DER GUÄBERPFLUG MACHT [DIE UMGEBUNG] NICHT ZUM GRÄBERPFLUGE. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Elie͑zers, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer sagt, der Gräberpflug mache [die Umgebung] zum Gräberpfluge. –

13Wie weit nach den Rabbanan? – Als R. Dimi kam, sagte er im Namen des Reš Laqiš im Namen des R. Šimo͑n b. Abba,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.