Temura — Blatt 13a
1drei Felder von zwei Furchenlängen. – Wieviel ist eine Furchenlänge? – Hundert Ellen. So wird auch gelehrt: Wer ein Grab auf ackert, macht einen Gräberpflug von einer Furchenlänge, hundert Ellen.
2KEINE HEBE NACH DER HEBE &C. Wer ist der Autor unserer Mišna? – Es ist R. A͑qiba, denn wir haben gelernt: Wenn Gesellschafter die Hebe für einander abgehoben haben, so ist,
3wie R. A͑qiba sagt, die Hebe beider ungültig, und wie die Weisen sagen, wenn der erste das richtige Maß abgehoben hat, die Hebe des zweiten ungültig, und wenn er nicht das richtige Maß abgehoben hat, die Hebe des zweiten gültig.
4UMGETAUSCHTES BEWIRKT KEINEN UMTAUSCH. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:und sein Umgetauschtes, nicht aber das Umgetauschte vom Umgetauschten.
5DIE GEBURT BEWIRKT KEINEN UMTAUSCH. Denn die Schrift sagtes, es und nicht seine Geburt.
6R. JEHUDA SAGT, DIE GEBURT BEWIRKE UMTAUSCH. Denn die Schrift sagt sei, und dies schließt die Geburt ein. – Und die Rabbanan!? – Dies schließt das Versehenein, daß es dem Vorsätze gleiche.
7BEIM GEFLÜGEL- UND BEIM SPEISEOPFER GIBT ES KEINEN UMTAUSCH, DENN ES HEISST NURVieh. GEMEINDE UND GESELLSCHAFTER KÖNNEN NICHT UMTAUSCHEN, DENN ES HEISST:er darf es nicht auswechseln und nicht umtauschen. DER EINZELNE KANN UMTAUSCHEN, NICHT ABER KÖNNEN GEMEINDE UND GESELLSCHAFTER UMTAUSCHEN. HEILIGES FÜR DEN TEMPELREPARATURFONDS KANN NICHT UMGETAUSCHTWERDEN.
8R. ŠIMO͑N SPRACH: DER ZEHNT WAR JA EINBEGRIFFEN, UND WENN ER BESONDERS HERVORGEHOBENWIRD,
9SO BESAGT DIES: GLEICH DEM ZEHNTEN, DER OPFER EINES EINZELNEN IST, AUSGENOMMEN GEMEINDEOPFER, UND GLEICH DEM ZEHNTEN, DER ALTAROPFERIST, AUSGENOMMEN OPFERGABEN FÜR DEN TEMPELREPARATURFONDS.
10GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds könne umgetauscht werden, so heißt esOpfer, was wirklich ‘Opfer’ heißt, ausgenommen Heiliges für den Tempelreparaturfonds, das nicht ‘Opfer’ heißt. –
11Etwa nicht, es wird ja gelehrt: Unter Opfer könnte man auch Heiliges für den Tempelreparaturfonds verstehen, das ebenfalls Opfer genannt wird, wie es heißt:wir bringen die Opfergabe des Herrn &c.,
12so heißt es:und es zur Tür des Offenbarungszeltes nicht bringt; ist es zur Tür des Offenbarungszeltes zu bringen, so ist man dieserhalb wegen des Schlachtens außerhalb schuldig, und ist es nicht zur Tür des Offenbarungszeltes zu bringen, so ist man dieserhalb nicht wegen des Schlachtens außerhalb schuldig. Es heißt also ‘Opfer’!?
13R. Hanina erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Šimo͑n und das andere nach den Rabbanan. Nach R. Šimo͑n heißt es ‘Opfer’, nach den Rabbanan heißt es nicht ‘Opfer’. –
14Etwa nicht, es heißt ja: wir bringen die Opfergabe des Herrn!? – ‘Opfer des Herrn’ heißt es, ‘Opfer für den Herrn’ heißt es nicht.
15Die Rabbanan lehrten:Er untersuche nicht, ob gut oder schlecht, und er tausche es nicht um; wozu dies, es heißt ja bereits:er soll es nicht auswechseln und nicht umtauschen, gutes auf schlechtes &c.?
16Da es heißt: er soll es nicht auswechseln und nicht umtauschen, so sind darunter Privatopfer und Gemeindeopfer, Altaropfer und Opfergaben für den Tempelreparaturfonds zu verstehen, und es heißt: er untersuche nicht.
17R. Šimo͑n sprach: Der Zehnt war ja einbegriffen, und wenn er besonders hervorgehoben wird, so besagt dies: wie der Zehnt Opfer eines einzelnen ist, Altaropfer ist, als Pflicht dargebracht wird, und nicht gemeinschaftlich dargebracht wird, ebenso alles, was Privatopfer ist, Altaropfer ist, als Pflicht dargebracht wird,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.