Temura — Blatt 13b
1und nicht gemeinschaftlich dargebracht wird.
2Rabbi sagte: Wozu ist demnachder Zehnte besonders hervorgehoben worden? Um inbetreff des Umtauschens seines Namens und des Umtauschens seines Körpers einen Schluß zu folgern
3und dir zu sagen: das Eingetauschte seines Namens ist darzubringen, das Eingetauschte seines Körpers ist nicht darzubringen; das Eingetauschte seines Namens ist auszulösen, das Eingetauschte seines Körpers ist nicht auszulösen.
4Der Umtausch seines Körpers erfaßt sowohl das, was geeignetist, als auch das, was nicht geeignet ist, der Umtausch seines Namens erfaßt nur das, was geeignet ist. –
5Ich will dir sagen: sollte esdenn, weil der Allbarmherzige bei ihm erweitert hat, daß bei ihm auch ein Umtausch des Namens erfolgen kann, noch geringersein!? – Freilich, denn wir sagen, was erweitert ist, ist erweitert, und was nicht erweitert ist, ist nicht erweitert. –
6Woher entnimmst du dies? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Weil diesein Novum ist, und man halte sich nur an das Novum.
7R. Nahman b. Jiçḥaq sprach zu Raba: Nach R. Šimo͑n, welcher erklärt: was als Pflicht dargebrachtwird, kann also nur das pflichtige Brandopfer umgetauscht werden, das freiwillige Brandopfer aber nicht!? Dieser erwiderte: Auch das freiwillige Brandopfer kann, da er es auf sich genommenhat, umgetauscht werden,
8und diesbezieht sich auf das Brandopfer, das von den Überschüssendargebracht wird. –
9Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht desjenigen, welcher sagt, Überschüsse seien für freiwillige Gemeindeopfer zu verwenden, so ist es ja selbstverständlich, daß es nicht umgetauscht werden kann, bei Gemeindeopfern gibt es ja keinen Umtausch!? –
10Vielmehr, R. Šimo͑n ist der Ansicht dessen, welcher sagt, Überschüsse seien für freiwillige Privatopfer zu verwenden. – Dieser Ansicht ist ja R. Elie͑zer, und er lehrt ausdrücklich, daß solches umgetauscht werden kann!? Es wird nämlich gelehrt: Das von den Überschüssen dargebrachte Brandopfer kann umgetauscht werden – so R. Elie͑zer. –
11R. Šimo͑n ist seiner Ansicht in der einen Sache und streitet gegen ihn in der andren Sache. R. Elie͑zer ist der Ansicht, das von den Überschüssen dargebrachte Brandopfer könne umgetauscht werden, er aber ist der Ansicht, es könne nicht umgetauscht werden. –
12Wieso fragte R. Abin demnach, wie es denn sei, wenn jemand ein Schuldopfer zur Sühne abgesondert und es umgetauscht hat, und nachdem er Sühne durch ein andres Schuldopfer erlangthat, es Brandopfergeworden ist, ob man es wiederum umtauschen könne;
13nach wem: wenn nach R. Šimo͑n, so sagst du ja, R. Šimo͑n sei der Ansicht, das von den Überschüssen dargebrachte Brandopfer könne nicht umgetauscht werden!? –
14R. Abin fragte wie folgt: wenn du einen Autor findest, der der Ansicht R. Šimo͑ns ist, welcher sagt, man könne es nicht umtauschen und wiederum umtauschen, und auch der Ansicht R. Elie͑zers, welcher sagt, das von den Überschüssen dargebrachte Brandopfer könne umgetauscht werden, ist es fraglich,
15ob man bei zwei Körpernund einer Heiligkeit umtauschen kann.
16Und wenn du entscheidest, bei einer Heiligkeit nicht, wie ist es bei zwei Heiligkeiten und einem Körper. – Dies bleibt fraglich.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.