Temura — Blatt 21a

1Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn es ein Weibchen geworfen hat. – Sollte es bis ans Ende der Welt auch nicht ein Männchen sein!? Dieser erwiderte: Ich will dir eine gesuchte babylonische Antwort geben: wenn es bis ans Ende der Welt nur Weibchen sind.

2DAS EINGETAUSCHTE DES ERSTGEBORENEN UND DES ZEHNTEN, IHRE JUNGEN UND DIE JUNGEN IHRER JUNGEN, BIS ANS ENDE DER WELT, GLEICHEN DEM ERSTGEBORENEN UND DEM ZEHNTEN, UND SIE DÜRFEN FEHLERBEHAFTET VOM EIGENTÜMER GEGESSEN WERDEN.

3WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN ERSTGEBORENEM UND ZEHNTEM UND ALLEN ANDEREN OPFERTIEREN? ALLE OPFERTIERE WERDEN IM SCHARREN VERKAUFT, IM SCHARREN GESCHLACHTET UND NACH LITRAAUSGEWOGEN, AUSGENOMMEN DAS ERSTGEORENE UND DER ZEHNT;

4FÜR JENE GIBT ES EINE AUSLÖSUNG UND FÜR IHR EINGETAUSCHTES EINE AUSLÖSUNG, AUSGENOMMEN DAS ERSTGEBORENE UND DER ZEHNT; JENE KÖNNEN AUS DEM AUSLANDE EINGEFÜHRT WERDEN, AUSGENOMMEN DAS ERSTGEBORENE UND DER ZEHNT. SIND SIE BEREITS EINGEFÜHRT WORDEN, SO SIND SIE, WENN FEHLERFREI, DARZUBRINGEN, UND WENN FEHLERBEHAFTET, (FEHLERBEHAFTET) VOM EIGENTÜMER ZU ESSEN.

5R. ŠIMO͑N SPRACH: DIES AUS DEM GRUNDE, WEIL DAS ERSTGEBORENE UND DER ZEHNT EINE VERSORGUNG VON SICH AUSHABEN, ANDERE OPFERTIERE ABER BLEIBEN BEI IHRER HEILIGKEIT, AUCH WENN SIE EINEN LEIBESFEHLER BEKOMMEN.

6GEMARA. Raba b. R. A͑za sagte: Im Westen fragten wir: Wie ist es, wenn man dem Eingetauschten der Erstgeburt oder des Zehnten einen Leibesfehler beibringt: sagen wir, da sie nicht dargebracht werden, sei man nicht schuldig, oder aber ist man schuldig, da sie heilig sind?

7Abajje sprach zu ihm: Du solltest doch fragen, wie es denn sei, wenn man dem als zehntes bezeichneten neunteneinen Leibesfehler beibringt.

8Vielmehr ist es dir hinsichtlich des neunten deshalb nicht fraglich, weil der Allbarmherzige es ausgeschlossen hat:das zehnte, dies schließt das neunte aus,

9ebenso hat der Allbarmherzige diese ausgeschlossen:sollst du nicht auslösen, denn sie sind heilig, sie sind darzubringen, nicht aber ist ihr Eingetauschtes darzubringen!?

10R. Naḥman b. Jiçḥaq lehrte es wie folgt: R. Aḥa, Sohn des R. A͑za, sagte: Im Westen fragten wir: Wie ist es, wenn man dem als zehntes bezeichneten neunten einen Leibesfehler beibringt? Dieser sprach zu ihm: Du solltest doch fragen, wie es denn sei, wenn man dem Eingetauschten des Erstgeborenen und des Zehnten einen Leibesfehler beibringt.

11Vielmehr ist es dir hinsichtlich des Eingetauschten des Erstgeborenen und des Zehnten deshalb nicht fraglich, weil der Allbarmherzige es ausgeschlossen hat: sie sind heilig, sie sind darzubringen, nicht aber ist ihr Eingetauschtes darzubringen, ebenso hat der Allbarmherzige das als zehntes bezeichnete neunte ausgeschlossen: das zehnte, dies schließt das neunte aus.

12EINGEFÜHRT &C. FEHLERFREI &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Der Sohn des Atitus brachteErstgeborene aus Babylonien und man nahm sie von ihm nicht an. R. Ḥisda erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Jišma͑él und das andere nach R. A͑qiba.

13Es wird nämlich gelehrt: R. Jose berichtete drei Dinge im Namen von drei Ältesten. R. Jišma͑él sagte: Man könnte glauben, man bringeden zweiten Zehnten nach Jerušalem und verzehre ihn da.

14Dies wäre auch durch einen Schluß zu folgern: das Erstgeborene benötigt des Hinbringens nach der Stätte und der Zehnt benötigt des Hinbringens nach der Stätte, wie nun das Erstgeborene gegessen wird, nur wenn der Tempel besteht, ebenso ist der Zehnt zu essen, nur wenn der Tempel besteht. Aber nein, wenn dies vom Erstgeborenen gilt, das des Blutsprengens benötigt und [der Darbringung]der Opferteile auf dem Altar, sollte dies auch vom Zehnten gelten, bei dem dies nicht der Fall ist;

15Ich will dir sagen: die Erstlingebenötigen des Hinbringens nach der Stätte und der Zehnt benötigt des Hinbringens nach der Stätte, wie die Erstlinge zu essen sind, nur wenn der Tempel besteht, ebenso ist der Zehnt zu essen, nur wenn der Tempel besteht. –

16Wohl gilt dies von den Erstlingen, die des Niederlegensbenötigen, während dies beim Zehnten nicht der Fall ist,

17daher heißt es:du sollst essen vor dem Herrn, deinem Gott &c. den Zehnten deines Mostes und deines Öls und die Erstgeborenen deiner Rinder und deiner Schafe; er vergleicht den Zehnten mit dem Erstgeborenen: wie das Erstgeborene gegessen wird, nur wenn der Tempel besteht, ebenso ist der Zehnt zu essen, nur wenn der Tempel besteht. –

18Sollte doch der Schluß zusammengefaßt werden und durch das Gemeinsamean ihnen gefolgert werden!?

19R. Aši erwiderte: Weil man erwidern kann: das Gemeinsame an ihnen ist, daß sie zum Altar gelangen. –

20Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, die erste Heiligunggalt für die damalige Zeit und für die Zukunft, so sind ja ohne Unterschied sowohl das Erstgeborene als auch der Zehnt hinzubringen, und ist er der Ansicht, die erste Heiligung galt nur für die damalige Zeit und nicht für die Zukunft, so sollte es auch vom Erstgeborenen fraglichsein? –

21Tatsächlich ist er der Ansicht, die erste Heiligung galt für die damalige Zeit und nicht für die Zukunft, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn das Blut des Erstgeborenen bei Bestehen des Tempels gesprengt worden ist, worauf der Tempel zerstört wurde und das Fleisch noch vorhanden ist.

22Da das Blut, wenn es noch vorhanden ist, nicht zu sprengen ist, so ist hinsichtlich des Fleischesvom Blute zu folgern,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.