Denket o Freunde, der Zeit des Genusses

1Denket o Freunde, der Zeit des Genusses,
Denket der Tage, gedenket daran,

2Bitter und giftig von Schmerz ist mein Gaumen,
Denket der Trinker, gedenket daran.

3Wenn sich die Freunde nicht meiner erinnern,
Denk ich derselben, gedenke daran.

4Ach ich verstricke mich in die Gefahren,
Dank sei den Rettern, gedenket daran.

5Wenngleich die Augen beständig mir strömen,
Denk ich des Gärtners, gedenke daran.

6Ich bin entkräftet; vor Gram mich zu schützen,
Denket des Mittels, gedenket daran.

7Welcher bewahret Hafisens Geheimnis?
O! der Vertrauten, gedenket daran.

Text: „Aus dem Diwan des Hafis", übertragen von Josef von Hammer-Purgstall († 1856) und Friedrich Rückert († 1866), gemeinfrei. Digitale Quelle: Projekt Gutenberg-DE.